Kinderarbeit in Überraschungsei Für leuchtende Kinderaugen muss Hannah (6) leiden

Wissen Sie, wie die Überraschung ins Überraschungsei kommt? Die britische Zeitung «The Sun» hat es herausgefunden: Unter anderem durch Kinderarbeit.

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Der italienische Mega-Konzern Ferrero stellt die weltweit beliebte Kinder-Überraschung her. Die besteht bekanntlich aus einem gelbem Plastikei, in dem ein Spielzeug versteckt ist. Reporter der britischen Zeitung «The Sun» deckten nun auf, wie die Überraschung in das Schokolade-Ei kommt. Sie reisten nach Carei in Rumänien und besuchten eine Familie, welche die Spielzeuge zusammensetzt.

Die kleine Hannah (6) baut bis zu 13 Stunden am Tag Teile für die Überraschungseier zusammen. Und das zu einem Hungerlohn. Für jeweils 1000 Eier erhält sie 20 rumänische Lei – das sind umgerechnet 4,75 Franken. Hannahs Mutter Timea (30) klagt in der Zeitung: «Ich weiss, dass die Bezahlung schrecklich niedrig ist, aber wir brauchen das Geld dringend, um Essen für uns und unsere Kinder zu kaufen.»

Plastikei-Produzent geben sich unwissend

«The Sun» beschreibt das Arbeitsumfeld der Familie als unhygienisch und spricht von Kinderversklavung.

Für die Produktion der gelben Plastikeier ist die Firma Prolegis verantwortlich. Sie ist ein Subunternehmen der rumänischen Spielzeugfabrik Romexa. Beide Firmen wollen nichts von der Heimarbeit gewusst haben.

Doch nur eine Stunde, nachdem die Zeitung die Firma mit den Vorwürfen konfrontiert hatte, soll ein Mitarbeiter die Kleinteile bei der Familie abgeholt haben.

Ferrero gibt sich entsetzt

«Wir sind entsetzt und tief betroffen», schreibt Ferrero in einer Erklärung, die der deutschen Zeitung «Bild» vorliegt. Der Konzern hat nach eigenen Angaben erst durch die Presse von den Fällen erfahren. Man habe «sofortige, umfassende Ermittlungen eingeleitet, um alle Fakten zu erfassen». Die Zusammenarbeit mit Prolegis und Romexa hat Ferrero bestätigt.

In Rumänien sind derweil Untersuchungen wegen des Verdachts auf Kinderarbeit gegen die beiden Firmen eingeleitet worden. In den Ermittlungen gehe es auch um den Verdacht des Kinderhandels, sagte die Sprecherin der auf organisierte Kriminalität spezialisierten Staatsanwaltschaft, Mihaela Porime, in Bukarest der Nachrichtenagentur AFP.

Publiziert am 24.11.2016 | Aktualisiert am 25.11.2016
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22 Kommentare
  • Recht  Haber aus Zürich
    24.11.2016
    OK und nun haben sie kein Geld mehr und verhungern. Richtig?
  • Daniel  Duss 24.11.2016
    Nebst dem Umstand, dass Kinderarbeit schändlich ist, frage ich mich, ob die Plastikeier erst desinfiziert werden bevor sie in das Schokoladenei kommen? Ich esse jedenfalls keine mehr.
  • R  S aus St.Gallen
    24.11.2016
    Ich befürworte die Kinderarbeit weltweit. Wenn sie nicht zur Schule gehen, sollen Sie etwas arbeiten. Und so anstrendend sieht die Arbeit auch nicht aus. Sind ja glücklich die Kinder und die Mutter. Gäbe es keine Kinderarbeit, hätte man sonst Zustände wie in Rio in den Slums.
  • reno  winter 24.11.2016
    Aha, und Mutti ist dabei und kassiert fett ab. Was solls, so haben sie etwas sinnvolles zu tun und Geld dazu. Denn wäre es besser Sie würde bei uns auf dem Strichplatz landen? Wohl kaum.
  • Hofer  Christoph , via Facebook 24.11.2016
    Hört ihr euch eigentlich zu ? Ich lese hier von Kindern welche in der Schweiz auf Bauernhöfen mithelfen müssen. Arbeiten diese Kinder auch 10-13 Stunden auf dem Feld ? Wir reden hier von einem 6 Jährigen Mädchen. Ich habe auch eine Tochter im gleichen Alter. Und glaubt mir, spätestens nach 1-2 Stunden würde sie resignieren. Kinderarbeit geht uns alle etwas an. Und in diesem Falle mag es nur die Spitze eines Eisberges sein. Jedoch geht es den Familien in Rumänien vermutlich nicht so wie uns !