Kinder schicken Schullamm zum Schlachter

  • Publiziert: 16.09.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
play Nichts sieht unschuldiger aus als ein kleines Lämmchen. Das konnte die Schüler nicht davon abhalten, «Marcus» auf die Schlachtbank zu schicken. (Reuters)

Sind Kinder tatsächlich so tierlieb, wie gemeinhin angenommen wird? Lamm «Marcus» musste das Gegenteil am eigenen Fell erfahren.

Eigentlich klingt die Idee schön: Die Kinder einer Primarschule im englischen Kent sollten lernen, dass die Milch nicht aus dem Regal im Supermarkt kommt. Daher kaufte man im Frühling drei Lämmchen, um welche sich die Schüler persönlich kümmerten.

Für Lamm «Marcus» hat das Schulprojekt jetzt aber ein jähes Ende genommen. Weil 13 von 14 Mitgliedern des Schulrates dafür waren, wurde das Schaf zum Schlachter gebracht. Besonders schockierend: Der Schulrat besteht nicht etwa aus hartherzigen Erwachsenen, sondern aus 7- bis 11-jährigen Kindern! Hinter dem Entscheid der Schüler stehen finanzielle Überlegungen: Mit dem Geld, das die Schlachtung von «Marcus» einbringt, wollen sie drei Schweinchen kaufen. Diese sollen später zu Würsten verarbeitet werden.

Die Geschichte um «Marcus» hat in England hohe Wellen geschlagen. Nicht nur die Tierschutzorganisation PETA, auch Prominente aus der Umgebung zeigen sich entsetzt. Schliesslich haben die Kinder das Schaf als Haustier gehalten. Nach den paar Monaten müsse doch eine persönliche Beziehung entstanden sein. Offenbar haben die Kinder aber vielmehr die harte Grundregel unserer Wirtschaft verinnerlicht: Fressen oder gefressen werden. (hgt)

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