Kim hat Bill Clinton empfangen

  • Aktualisiert am 02.01.2012

PJÖNGJANG – Der Ex-Präsident der USA kämpft in Nordkorea für die Freilassung zweier Reporterinnen. Bei der Gelegenheit hat er Machthaber Kim Jong Il getroffen.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf die staatlichen Medien des kommunistischen Nachbarlandes, Clinton habe eine mündliche Botschaft von US-Präsident Barack Obama überbracht. Das Weisse Haus dementierte dies umgehend: «Diese Berichte treffen nicht zu», sagte ein Sprecher.

Yonhap meldete weiter, während eines Abendessens im Gästehaus der nordkoreanischen Führung hätten Clinton und Kim Jong Il einen «breiten Fächer von Themen» angesprochen. Stunden zuvor war der 62-jährige Ehemann von US-Aussenministerin Hillary Clinton in Pjöngjang eingetroffen (Blick.ch berichtete).

Clinton auf «privater Reise»

Die Regierung in Washington sprach von einer «ausschliesslich privaten» Reise Bill Clintons zur Freilassung der seit fünf Monaten festgehaltenen Journalistinnen Euna Lee und Laura Ling. Laut US-Medien bemüht sich die Regierung um eine strikte Trennung dieser Thematik vom Streit um das nordkoreanische Atomprogramm.

Dagegen ist nach südkoreanischen Informationen mit dem Besuch auch die Hoffnung verknüpft, neue Bewegung in den festgefahrenen Konflikt zu bringen und die Sechs-Parteien-Gespräche wieder zu beleben. Bereits im April hatte Nordkorea seinen unwiderruflichen Rückzug von den seit 2003 laufenden Gesprächen über den Abbau seines Atomwaffenprogramms erklärt.

TV-Sender: Treffen mit Inhaftierten

Laut dem amerikanischen TV-Sender «ABC» hat Bill Clinton mit den beiden inhaftierten US-Journalistinnen sprechen können. Das Treffen sei «sehr emotional» verlaufen, hiess es. Der Ex-Präsident hoffe, dass die beiden Amerikanerinnen bereits morgen aus ihrer Haft entlassen würden und in die USA zurückkehren könnten.

Die Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee waren Mitte März nahe der chinesisch-nordkoreanischen Grenze festgenommen worden, als sie über nordkoreanische Flüchtlinge berichteten. Sie wurden wegen «schweren Verbrechens gegen die koreanische Nation und illegalen Grenzübertritts» zu jeweils zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt. (SDA/dip)

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