Killern in Weiss droht lebenslang

  • Publiziert: 10.06.2008, Aktualisiert: 02.01.2012

MAILAND – Medizin als schmutziges Geschäft: Um sich zu bereichern, operierten Mailänder Chirurgen unnötigerweise Brüste und Lungen weg. Fünf Patienten starben.

Eine Klinik des Grauens: Die italienische Justiz beschuldigt 13 Ärzte eines Mailänder Spitals die Krankenberichte ihrer Patienten gefälscht zu haben, um teure Eingriffe durchzuführen. Wie verschiedene Medien heute melden, sollen die Ermittler zwei Chirurgen vernommen haben. Der schwere Verdacht: vorsätzliche Tötung!

Die beiden Chirurgen sind als einzige der insgesamt 14 Tatverdächtigen bereits hinter Gittern. Die übrigen zwölf, unter ihnen der Besitzer der Santa-Rita-Klinik, ein 75-jähriger Rechtsanwalt, stehen unter Hausarrest.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Medizinern vor, seit 2005 mehr als 90 überflüssige Eingriffe vorgenommen zu haben, um damit ihr Gehalt aufzubessern. Die Fälle von fünf verstorbenen Patienten gelten als «verdächtig».

Als Höchststrafe droht den Medizinern lebenslange Haft, wie der «Corriere della Sera» berichtet. In zwei Fällen haben sie Frauen offenbar unnötigerweise die Brust abgenommen. Einem 38-jährigen Mann schnippelten sie einen Teil der Lunge weg – obwohl Antibiotika für die Lungenentzündung ausgereicht hätten.

Oftmals hätten die Horror-Ärzte chirurgische Eingriffe ohne vorherige Biopsie vorgenommen, heisst es in dem 200 Seiten umfassenden Bericht der Polizei. Die Ermittlungen gegen das Privatspital hatten im Januar 2007 nach einem anonymen Hinweis begonnen. (SDA/hhs)

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