Jubel im Inferno Kiki (8) überlebte acht Tage in den Trümmern

PORT-AU-PRINCE – Die Zeit für Verschüttete und Retter wird knapp – doch noch gibt es Wunder. Der kleine Kiki bekam ein zweites Leben geschenkt.

  • Publiziert: 20.01.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

Amerikanische Rettungskräfte haben heute einen achtjährigen Jungen namens Kiki gerettet. Er war nach dem verheerenden Erdbeben fast acht Tage lang in den Trümmern seines Elternhauses im Stadtviertel Nazan eingeklemmt gewesen.

Kiki überstand die Leidenszeit offenbar ohne grössere Schäden – und hatte noch genug Kraft, im Moment seiner Rettung die Arme zum Jubeln hochzureissen. Das berichtet die englische Website «mirror.co.uk». Auch seine 10-jährige Schwester konnte gerettet werden.

Es sind die kleinen Lichtblicke inmitten all des Leids von Port-au-Prince – so auch die Geschichte von Anna Zizi. Die 69-Jährige wurde gestern aus den Trümmern einer Kathedrale gezogen. Eine Woche nach dem verheerenden Beben. Die Frau sang, als sie gerettet wurde, wie die «New York Times» berichtet.

Die ersten Tage habe sie mit einem Geistlichen gesprochen, der ebenfalls verschüttet worden sei, sagte Zizi. Doch dann sei dieser gestorben und sie habe nur noch gebetet. «Jetzt bin ich raus und wieder wohlauf», erzählte sie.

Doch die 69-Jährige blieb nicht unversehrt. Die Ärzte diagnostizierten eine starke Dehydrierung, eine ausgerenkte Hüfte und ein gebrochenes Bein.

Ebenfalls gerettet werden konnte eine 25-jährige Haitianerin, die eine Woche unter Betonplatten eines Supermarktes begraben war. Ihr gehe es den Umständen entsprechend gut, erklärte ein Rettungsteam.

Doch die Hoffnung, noch weitere Überlebende zu finden, schwindet von Tag zu Tag. Ein Mensch kann normalerweise nur drei Tage ohne Flüssigkeit überleben. (hhs/gca)

Immer mehr Schweizer wollen zurückkehren

BERN – «Viele Schweizer haben vorerst in Haiti bleiben wollen, entscheiden sich nun aber zusehends für eine Rückkehr in die Schweiz», sagte Botschafter Urs Berner heute. Das Leben in Haiti sei sehr schwierig geworden. Zwar seien nur drei Schweizer verletzt worden, einige von ihnen hätten aber alles verloren. Viele hätten kein Geld mehr. Das Bankensystem sei zusammengebrochen. Zudem gebe es nur wenig zu essen. Von den knapp 200 Schweizern im Land konnten vier Personen bisher noch nicht kontaktiert werden. Deren Adressen werden zurzeit überprüft. Andererseits habe sich heute auch ein Landsmann gemeldet, von dem die Botschaft keine Kenntnis hatte, sagte Berner. (SDA)

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