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Am Müllnotstand in Süditalien wollen sich so manche ein goldenes Näschen verdienen – doch wir gehen leer aus: Die Stadtbehörden von Neapel wollen keine Abfälle in die Schweiz exportieren. Derartige Pläne gebe es nicht, sagte der Behördenverantwortliche Pasquale Losa heute.
Die Stadt beabsichtige hingegen, Abfälle nach Deutschland zu exportieren. Zwölf Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen hatten gegenüber Italien ihr Interesse an einer Verbrennung von Abfall aus Neapel angemeldet.
So auch die Genfer Industriebetriebe (SIG). Diese hatten Ende Februar angekündigt, jährlich bis zu 50000 Tonnen Abfall aus Neapel in der Kehrichtverbrennungsanlage Cheneviers vernichten zu wollen. In Genf regt sich gegen diese Pläne allerdings Widerstand.
Eric Stauffer, ein Vertreter der Genfer Protestbewegung MCG, war aus diesem Grund nach Neapel gereist, wo er heute mit den Stadtbehörden vor die Medien getreten war. Stauffer will den Import von italienischem Abfall in die Schweiz verhindern.
Es sei absurd, dass Italien seinen Abfall ins Ausland exportiere, sagte Stauffer auf Anfrage. Das Problem könne im Land gelöst werden.
Wegen der Regierungskrise in Italien waren die Gespräche allerdings ins Stocken geraten. Für die Verbrennung von Abfall aus der Region Kampanien in der Schweiz bräuchte es eine Bewilligung der betroffenen Kantone und des Bundesamts für Umwelt (BAFU). (SDA/hhs)