Turnier-Räuber Kein Po-Po-Pokerface: Zweiter Gangster stellt sich

BERLIN – Sie pokerten hoch – und verloren die Nerven: Nachdem sich einer der Berliner Poker-Räuber stellte, gab gestern am späten Abend ein zweiter auf. Und ein geheimnisvoller Zettel ist aufgetaucht.

  • Publiziert: 18.03.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
play Mustafa Ucarkus und Jihad Chetwie sind noch auf freiem Fuss, Ahmad al-Awayt hat sich gestern gestellt. (Reuters)

Gestern am frühen Abend führte eine Polizeistreife am Rosenthaler Platz eine Personenkontrolle durch. Ein junger Mann wandte sich dabei an die Polizisten: «Ich glaube ihr sucht mich», soll er den Beamten gesagt haben. Es stellte sich heraus: Ahmad al-Awayti (20) ist einer der vier Männer, die vor rund zwei Wochen mit Macheten und Gewehren das Pokerturnier im «Grand Hyatt» am Potsdamerplatz überfallen hatten.

Bereits am Montag hatte sich einer der Gangster gestellt. Vedat S. (21) verriet die Namen aller beteiligten Räuber (Blick.ch berichtete). Jetzt sucht die Polizei noch nach Mustafa Ucarkus (20) und Jihad Chetwie (20).

Alle vier Berlin-Türken sind gemäss «Bild.de» wegen verschiedener Delikte polizeibekannt. Ucarkus gilt bei der Polizei als Intensivtäter. Er soll wegen Roheitsdelikten und schwerem Raub verurteilt worden sein. Und Chetwie, ein Boxer, sass bereits wegen Raubs und Körperverletzung im Knast.

Verdächtiger fünfter Mann


Und die Beute, die 246‘000 Euro? Singvogel Vadat S. sagt, er wolle einen Anteil an der Beute, rund 40‘000 Euro, zurückgeben. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch Ahmad al-Awayti verrät, wo sein Anteil ist. Überhaupt hatten die Gangster sich bei ihrem Coup so amateurhaft angestellt, dass sie einen Grossteil der Geldes bereits im Hotel zurücklassen musste, weil sich die dortigen Sicherheitskräfte kräftig zur Wehr gesetzt hatten (Blick.ch berichtete).

Die Polizei ermittelt aber noch gegen einen fünften Mann: Mohammed B. war letzten Samstag festgenommen worden. Nur wenige stunden später setze man ihn wieder auf freien Fuss. Er hatte ein hieb- und stichfestes Alibi. Was er aber auch auf sich hatte: Einen Zettel mit Namen drauf – drei davon identisch mit den Männern, die am Pokerturnier beteiligt gewesen sein sollen. Offenbar weiss Mohammed B. etwas über den Coup. Er war selbst vor einigen Jahren in den Überfall auf eine Spielbank verwickelt gewesen. (gux)

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