Weder Essen, Wasser noch Strom Mossul droht eine Hungersnot

Die Lage in Mossul wird immer prekärer: Seit einer Woche konnte weder Essen noch Treibstoff in die belagerte irakische Stadt gebracht werden, zusätzlich dazu macht der Wintereinbruch und die gekappten Wasserleitungen den Menschen das Leben zur Hölle.

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imago/ZUMA Press

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Der einsetzende Winter und ausbleibende Nahrungslieferungen drohen die humanitäre Lage in der belagerten irakischen Millionenstadt Mossul dramatisch zu verschlechtern. Einwohner berichteten am Samstag, dass seit einer Woche weder Lebensmittel noch Treibstoff die von der Terrormiliz IS kontrollierte Stadt erreicht hätten.

Zudem litten die mehr als eine Million verbliebenen Menschen unter gefallenen Temperaturen sowie Regenfällen, hiess es weiter. «Vor zwei Tagen fiel wegen des mangelnden Treibstoffs der Stromgenerator aus, der die Nachbarschaft versorgte. Das Wasser ist gekappt, die Nahrungspreise sind gestiegen und es ist furchtbar kalt«, sagte ein Einwohner.

Die irakischen Truppen starteten vor sechs Wochen eine Offensive gegen den IS und rücken von allen Seiten auf Mossul vor. Der massive Widerstand der IS-Kämpfer lässt Hilfsorganisationen aber befürchten, dass sich der Vorstoss den Winter über hinziehen und zu einer vollständigen Belagerung in den kommenden Monaten führen könnte.

Auch die Wasserversorgung von Mossul war zusammengebrochen, nachdem eine Hauptleitung bei den Kämpfen getroffen worden war. Wegen der anhaltenden Gefechte in der Region konnte sie nicht repariert werden.

Armee zurückgedrängt

IS-Kämpfern gelang es der den sunnitischen Fanatikern nahestehenden Agentur Amak zufolge, im Südosten der Stadt die Armee zurückzudrängen. Laut Militärkreisen kam den Kämpfern das schlechte Wetter zugute, das eine Unterstützung aus der Luft durch die US-geführte Koalition verhindert habe.

«Wir haben uns zurückgezogen, um zivile Verluste zu vermeiden und dann wieder die Kontrolle zu übernehmen. Sie werden das Gebiet nicht lange halten können», sagte der Armee-Vertreter.

Die Rückeroberung von Mossul gilt als entscheidend für die Niederschlagung des so genannten Islamischen Staates (IS). IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi hatte im Juli 2014 dort ein Kalifat ausgerufen - und sich selber zum Kalifen, also zum Nachfolger des Propheten Mohammed. Armeekommandanten rechnen damit, dass sich der Kampf noch Monate hinziehen könnte. (SDA)

Publiziert am 03.12.2016 | Aktualisiert am 04.12.2016
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2 Kommentare
  • Eugen  Inauen 04.12.2016
    Hier wird es fast so schlimm wie damals auf den
    Rheinwiesen Lagern, da war es kalt, hatte
    Regen und die Leute kriegten nichts
    zu Essen und zu Trinken. Es
    zeigt sich die Geschichte
    holt uns immer wieder
    ein und dies 2016.
  • Thomas  Zürcher 03.12.2016
    Wahnsinn wenn man diese Bilder sieht von der leidenden Zivilbevölkerung.Es wird die grösste und blutigste Schlacht gegen den IS.Die Rückeroberung von Mossul wird den IS militärisch schwächen. Die Sicherheitslage im Irak wird sich dadurch aber nicht verbessern.Denn auch wenn der IS militärisch besiegt werden kann und das Kalifat aufhört zu existieren, wird der Terror im Irak und weltweit weiter gehen.Eine Schlacht wird gewonnen aber der Krieg noch lange nicht.