Kein Ende der Gewalt: Israel weitet Angriffe in Gaza aus

GAZA/TEL AVIV - In Nahost zeichnet sich trotz aller Appelle und internationaler Vermittlungsbemühungen kein Ende der Gewalt ab. Eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas ist nicht in Sicht.

Israelische Soldaten bereiten sich auf ihren Einsatz vor. play

Israelische Soldaten bereiten sich auf ihren Einsatz vor.

AP/Keystone

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Am zwölften Tag einer israelischen Offensive im Gazastreifen stieg die Zahl der getöteten Palästinenser auf 338. Auf israelischer Seite starben bisher drei Soldaten und zwei Zivilisten.

Wie der Leiter der palästinensischen Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra, mitteilte, wurden zudem 2380 Menschen durch die Angriffe Israels verletzt.

In der Kritik

Israel steht zunehmend in der Kritik wegen der zahlreichen zivilen Opfer bei dem Einsatz. Die UNO geht davon aus, dass mehr als drei Viertel der Todesopfer des jüngsten Gazakonflikts Zivilisten waren.

Für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen wird die Lage immer unerträglicher. Zur permanenten Todes- und Verletzungsgefahr gesellen sich lang anhaltende Stromausfälle und der Zusammenbruch der Wasserversorgung.

Auf israelischer Seite wurden am Samstag zwei Soldaten und ein Zivilist getötet. Ein Reserve-Major und ein Unteroffizier seien in einem Gefecht mit Hamas-Kämpfern ums Leben gekommen, teilte die israelische Armee am Samstagabend mit.

Tunnel gebuddelt

Die Palästinenser waren durch einen Tunnel aus dem Gazastreifen in israelisches Gebiet eingedrungen. Bei dem Gefecht wurde der Armee zufolge auch ein Angreifer getötet. Die anderen zogen sich durch den Tunnel nach Gaza zurück.

Es handelte sich um den zweiten derartigen Angriff militanter Palästinenser durch einen Tunnel binnen drei Tagen. Am Donnerstag waren 13 Hamas-Kämpfer aus einem Tunnel beim grenznahen Kibbuz Sufa aufgetaucht. Ein israelischer Luftangriff hatte sie zur Umkehr gezwungen, bevor sie den Kibbuz angreifen konnten.

Die israelische Armee will nach eigenen Angaben mit den Bodentruppen die Tunnel, welche unter seiner Grenze hindurch nach Israel führen, zerstören. Armeesprecher Peter Lerner sagte, binnen 24 Stunden seien 13 unterirdische Geheimgänge entdeckt worden.

32-jähriger Zivilist tot

Beim getöteten israelischen Zivilisten handelt es sich um einen 32 Jahre alte Mann. Er wurde verwundet, als eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete ein Haus in einem Beduinendorf nahe der südisraelischen Stadt Dimona traf. Der Mann erlag später seinen Verletzungen.

Zwei Kleinkinder im Alter von einem und vier Jahren sowie zwei 30 Jahre alte Frauen seien mit Verletzungen in ein Spital gebracht worden, teilte Polizeisprecher Micky Rosenfeld mit. Die Beduinen in der Negev-Wüste hatten sich zuletzt darüber beklagt, dass ihre oft ärmlichen Siedlungen nicht vom wirkungsvollen israelischen Raketenabwehrsystem «Eisenkuppel» geschützt würden. In der Nähe der Stadt Dimona befindet sich Israels Atomreaktor.

Fünf israelische Todesopfer

Mit den zwei getöteten Soldaten und dem zweiten getöteten Zivilisten steigt die Zahl der israelischen Opfer auf fünf. Bereits am Freitag kam ein israelischer Soldat ums Leben. Dieser war Opfer eines irrtümlichen Beschusses aus den eigenen Reihen geworden, wie eine Untersuchung durch das Militär nun ergab.

Eine Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas zeichnet sich nicht ab. Im Gegenteil: Die israelische Armee weitet ihre Angriffe auf das Zentrum des dicht besiedelten Gazastreifens aus.

Sie rief die Bewohner der Flüchtlingslager Al-Bureidsch und Al-Maasi auf, ihre Unterkünfte zu verlassen. Die Hamas lehnt die Bedingungen für eine Feuerpause derweil weiterhin ab.

Ägypten will sein Vermittlungsangebot nicht nachbessern. Der am Dienstag vorgelegte Entwurf berücksichtige «die Bedürfnisse aller Seiten», sagte Aussenminister Sami Schukri bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem französischen Kollegen Laurent Fabius in Kairo. Man werde den Plan «weiter anbieten und hoffen, sobald wie möglich Unterstützung dafür zu bekommen».

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hielt sich derweil zu Gesprächen in der Türkei auf, wo er für eine Unterstützung der ägyptischen Vermittlungsbemühungen warb. (bau/SDA)

Publiziert am 19.07.2014 | Aktualisiert am 19.07.2014
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Neue Angriffswelle auf Gaza-Streifen

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12 Kommentare
  • Urs  Saladin , via Facebook 20.07.2014
    Solange sich die UNO nicht reorganisieren kann und die unsäglichen Veto-Rechte alles blockieren können, bleibt die UNO ein Papiertiger und eine riesige Geldvernichtungsmaschine. Viele teure Sitzungen und Sondersitzungen, viele Reisen, aber nicht die geringste Einflussnahme bei Konflikten.
  • Rolf  Hess aus Münchenbuchsee
    20.07.2014
    Ban Ki Moon muss den Teufelskreis nicht fürchten! Den gibt es bereits seit Jahrzehnten zwischen den Palästinensern und Israel. Palästinenser wollen Israel auslöschen und Israel will die Gebiete nicht hergeben, die sie laut UNO hergeben sollten.
    Auf jeden Angriff folgt eine Vergeltungsschlag und dann wieder ein Angriff. Auf jeden Vergeltungsschlag folgt wieder ein Angriff und dann wieder ein Vergeltungsschlag. Der Wahnsinn des Teufelskreises ist schon und die UNO ist machtlos mitten drin.
  • Peter  Ern , via Facebook 20.07.2014
    Ich war nach dem Jom Kipur Kieg für 4 Monate im Kubbutz Kissufim, direkt an der Grenze zu Gaza. Ich hatte eine grossartige Zeit dort. Und am Wochenende hat uns die Armee sogar per Autostop mit nach Jerusalem genommen. Natürlich habe ich schon damals auch das Elend und die Verzweiflung der vertrieben Palästinenser auch gesehen und verurteilt.
    Liebe Einfwohner Israsels, seid doch mit Euren Nachbarn genau so nett und gastfreundlich und weltoffen, wie Ihr damals mit uns umgingen. No wars, shalom!
  • Christoph  Baumann 20.07.2014
    Solange beide Parteien denken sie seien im Recht gibt es nie Frieden. Und beide berufen sich immer auf Gott. Alles wie es kommt ist Gottes Wille. Tolle Politik. Israel ist hoch gerüstet aber Guerillia Methoden hat jede noch so gute Waffe seine Grenzen. Heisst zusammen leben oder ein Leben lang Angst haben.
  • Michi  Martin aus Aesch
    19.07.2014
    Das Radikale Israel ist nicht besser wie die Hamas. die israelische Ragnachar, die radikale Untergrundorganisation, gehört in`s selbe Boot. Lest mal das Buch Exodus "nicht den Film ansehen, 600 Seiten Buch lesen", dann versteht ihr wirklich um was es da geht. Nach dem Holocaust, hat sich unter Terror der Israeli ein geduldeter Staat Israel gegründet und mit aller Gewalt weiter Gebiete anedktirt. Solange Israel stur bleibt und die Gebiete nicht zurückgiebt, bleibt Terror und Krieg !!!