Kampusch: Perverse DVD aufgetaucht

  • Publiziert: 08.05.2009

WIEN – Es wird immer doller im Fall Kampusch. Jetzt ist auch noch brisantes Fotomaterial aufgetaucht. Zu sehen: Ein Mädchen, das aussieht wie Natascha Kampusch.

Wie schlimm wird das Drama um Natascha Kampusch noch? Seitdem die Kommission, unter der Leitung von Ludwig Adamowitsch, vor zwei Tagen ihren Zwischenbericht zum Fall Kampusch veröffentlicht hat, überschlagen sich Neuigkeiten und Mutmassungen.

Erst war von Mitwissern, vielleicht sogar Mittätern die Rede. Zuletzt soll es sogar fünf Menschen gegeben haben, die von der grausamen Tat gewusst haben. Um noch einen drauf zu setzen, lässt der österreichische Sicherheitschef der Grünen, Peter Pilz, gestern noch eine Bombe platzen. «Ich habe brisante interne Dokumente, die ich bald veröffentlichen werde», lässt er verlauten (Blick.ch berichtete). Und nun taucht auf einmal noch brisantes Fotomaterial auf.

Gefesselt, nackt – und sie sieht aus wie Natascha

Von zwei Mini-DVDs ist die Rede. Auf ihnen sind «hunderte Fotos einer jungen Frau, die aussieht wie Natascha Kampusch», so die Zeitung «Österreich», die in das entsprechende Protokoll Einsicht bekam. Nackt und gefesselt soll sie gewesen sein – mit Handschellen und mit Ketten.

Das Bizarre: Diese Datenträger wurden bereits nach Nataschas Flucht in dem Haus ihres Peinigers sichergestellt. Allerdings gab es nie einen Ermittlungsauftrag. Also verschwand das brisante Bildmaterial, das vielleicht die Leiden von Natascha Kampusch dokumentiert, in den versiegelten Akten. War Wolfgang Priklopil Teil eines Pornorings? Wurde das Martyrium von Natascha über Jahre zwischen Perversen hin und hergereicht?

Fakt ist: Priklopil war pervers

Ungereimtheiten, Verwirrungen, Fragen über die Genauigkeit der damaligen Ermittlungen und ständig neue Fakten geben sich die Hand im Fall Natascha Kampusch. Sicher ist allerdings: Wolfgang Priklopil war ein kranker Perverser. Es ist aktenkundig, dass er eine Prostituierte gegen ihren Willen, solange mit abartigen sexuellen Praktiken traktiert hat, bis sie kollabierte. Dies geschah in einer Wohnung, die Priklopil gehörte. Wieso wurde er deswegen nicht zur Verantwortung gezogen? Brisant: Die Polizei bekam wieder keinen Ermittlungsauftrag!

Die Frage nach den Zeugen

Nicht nur die Adamowitsch-Kommission hegt den Verdacht über Mitwisser. Nataschas Vater glaubt ebenfalls daran. So meldeten sich einige Informanten direkt bei ihm. Eine Zeugin will Natascha gesehen haben, wie sie öfter bei einem Freund Proklopils als Serviertochter ausgeholfen hat. Einem anderen Freund soll Priklopil sogar die Hochzeit mit Natascha Kampusch angekündigt haben. Als der Vater ihn zur Rede stellt, wird er wegen Nötigung angezeigt.

Wie kommt es eigentlich, dass der Vater der Entführten in diesem verworrenen Fall der einzige ist, der angeklagt wurde? (sell)

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