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Tausende Menschen sind weiter unter Trümmern verschüttet, Zehntausende sind obdachlos, verletzt und brauchen Hilfe. Die Bergungsmannschaften kämpfen gegen die Zeit. «Jede Sekunde ist kostbar», mahnte Regierungschef Wen Jiabao.
Allein in der Stadt Mianyang lägen mehr als 18000 Menschen unter Geröll begraben, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.
Die Strassen im schwer betroffenen Landkreis Wenchuan, wo das Epizentrum lag, waren immer noch durch Erdrutsche und Felsbrocken versperrt. Es gab keinen Kontakt zu rund 60000 Einwohnern in mehreren Orten.
Schwer betroffen war auch der Ort Mianzhu, wo 4800 Menschen unter Trümmern verschüttet waren. 2000 Tote waren dort bestätigt. Wie dramatisch die Lage ist, demonstrierte ein Beamter des Gesundheitsamtes: «Bettlaken und Vorhänge sind zerrissen worden, um als Verbandmaterial benutzt zu werden.»
Jiabao sagte bei einem Besuch in der Unglücksregion, die Lage sei schlimmer als befürchtet. Die Arbeit könne nicht mehr allein von den Rettungskräften vor Ort bewältigt werden. Allerdings betonte das Ministerium für zivile Angelegenheiten, dass «wegen der unsicheren Bedingungen vor Ort» vorerst keine ausländischen Hilfeteams in das Unglücksgebiet dürften.
Derweil wartet Hilfe aus der Schweiz darauf, gerufen zu werden. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) haben China Hilfsangebote gemacht. Auch die Europäische Union, die USA, Russland und die UNO haben Hilfe angeboten.
Erste chinesische Hilfe für die Opfer rollte an. Ärzteteams und Helfer wurden nach Sichuan entsandt. Hilfsgüter und hunderte Mitglieder der Rettungsmannschaften aus anderen Städten wurden in die Provinzhauptstadt Chengdu geflogen, deren Flughafen für normale Flüge gesperrt wurde.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) gab bekannt, dass es eine Million Dollar für die Opfer und den Wiederaufbau spenden wolle. Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele in Peking kündigte an, den Fackellauf ab morgen zu verkürzen und zum Start der neuen Etappe eine Schweigeminute für die Opfer einzulegen. Zudem sollen Spenden gesammelt werden. (SDA)
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Das Epizentrum des Erdbebens: Die Erschütterungen waren bis nach Bangkok zu spüren. (Blick.ch/ent)