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Dutzende Reporter warten gespannt vor der grünen Türe der Justizvollzugsanstallt (JVA) Mannheim. Sie geht etlich Male auf und zu, Besucher gehen rein – von Jörg Kachelmann keine Spur. Doch dann um 13.34 Uhr tritt der TV-Moderator raus ins Blitzlichtgewitter – frisch rasiert. Nach 132 Tagen in Untersuchungshaft.
Das Reden hat Jörg Kachelmann seinem Anwalt Reinhard Birkenstock überlassen. Kachelmann denkt gar nicht daran, ein Wort zu sagen. Birkenstock betont, das Kachelmann jetzt ein freier Mann sei – und das nach wie vor die Unschuldsvermutung für seinen Klienten gelte. «Wir werden uns jetzt auf die Verhandlung konzentrieren.»
Kachelmann hat sich heute vor dem Verlassen der JVA offenbar bei allen bedankt, die ihn «fair behandelt» haben. Er hat angeblich zuletzt kleinere Jobs, wie Essensausgabe, innerhalb der JVA ausgeführt.
Zuvor hat sein Anwalt Reinhard Birkenstock das Gefängniss verlassen. Er liess verlauten, dass sich Kachelmanns Freilassung noch etwas in die Länge ziehe, das übliche Prozedere. Er sagt aber auch: «Gott sei Dank, es gibt noch Richter.»
Kachelmanns Image?
Immerhin: Kachelmann hat nicht nur ein schlechtes Image. Etwa die Hälfte der Deutschen (45 Prozent) hält den Wettermoderator in einer aktuellen Umfrage des «Stern» für unschuldig. Nur knapp jeder Fünfte glaubt, dass die Vorwürfe gegen den 52-Jährigen zutreffen. Ein Drittel traut sich kein Urteil zu.
Bei der Einschätzung gab es nur einen kleinen Unterschied zwischen Männern und Frauen: Während 20 Prozent der Männer der Ansicht sind, Kachelmann sei schuldig, glauben dies bei den Frauen 23 Prozent.
Die «ARD» lässt Jörg Kachelmann allerdings noch nicht vor die Kamera. Zumindest so lange nicht, wie das ganze Verfahren noch läuft, teilte der deutsche TV-Sender heute mit.