Nach 132 Tagen Kachelmann darf aus U-Haft

MANNHEIM - Der Wettermoderator Jörg Kachelmann wird noch heute aus der U-Haft entlassen. Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe angeordnet.

  • Publiziert: 29.07.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

Auf diesen Tag hat Jörg Kachelmann (52) seit März gewartet. Jetzt bestätigt Anwalt Ralf Höcker, dass der TV-Moderator die Justizvollzugsanstalt Mannheim verlassen darf. Und zwar umgehend. Die Haftbeschwerde von Höcker hatte Erfolg.

Bis zum Beginn der Gerichtsverhandlungen am 6. September bleibt Kachelmann nun auf freiem Fuss.

Kein dringender Tatverdacht mehr

Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe heute verfügt. Am 1. Juli hatte das Landesgericht Mannheim sich gegen eine Entlassung Kachelmanns ausgesprochen. Die Staatsanwaltschaft sah es damals als erwiesen an, dass erhöhte Fluchtgefahr bestehe und der Tatverdacht wegen Vergewaltigung zu schwer wiege.

Dem widerspricht jetzt das höher gestellte Gericht: Es sieht keinen dringenden aktuellen Tatverdacht mehr.

Die Begründung des Gerichts für die sofortige Entlassung aus der U-Haft: Es stehe Aussage gegen Aussage. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Petra (37)*, Ex-Freundin von Kachelmann, die den Schweizer der Vergewaltigung beschuldigte, ihre Verletzungen selbst beigebracht habe.

Verletzte Gefühle?

Ausserdem habe sie in einigen Aspekten «unzutreffende Aussagen» gemacht. Zudem schreibt das Gericht: Bei der Nebenklägerin könnten «Bestrafungs- und Falschbelastungsmotive nicht ausgeschlossen werden». Das heisst: Es besteht die Möglichkeit, dass die Angeklagte Kachelmann mit dem Vorwurf in Bedrägnis bringen wollte.

Die Ermittler werfen Kachelmann vor, seine Geliebte, die sich von ihm trennen wollte, in ihrer Wohnung in Schwetzingen vergewaltigt und mit einem Küchenmesser am Hals verletzt zu haben. Kachelmann hatte die Vergewaltigungs-Vorwürfe stets bestritten. (gux)

*Name der Redaktion bekannt

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