Wegen Kinderpornos Jüngster Mörder Europas muss wieder in den Knast

  • Publiziert: 23.07.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

LONDON – Jon Venables ermordete im zarten Alter von zehn Jahren auf bestialische Weise einen Zweijährigen. Jetzt sitzt er wieder im Gefängnis. Weil er mit Kinderpornos handelte.

1993 schockierte die Tat zweier zehnjähriger Briten die englische Öffentlichkeit und sorgte weltweit für Schlagzeilen. Der damals 10-jährige Jon Venables und sein gleichaltriger Kumpel Robert Thompson entführten in einem Liverpooler Einkaufszentrum den zweijährigen James Bulger.

Sie schlugen mit Eisenstangen und Ziegelsteinen auf den Kleinen ein, schütteten ihm Farbe in die Augen und liessen ihn auf einem Bahngleis liegen. Ein Zug überrollte das Opfer, Kinder fanden die zerstückelte Leiche.

Das Urteil lautete lebenslänglich. Doch die jüngsten Mörder Europas blieben nur acht Jahre hinter Gitter. Bei der Entlassung erhielten sie neue Identitäten. Im März dieses Jahres wurde bekannt, dass worden war. Grund: Kinderpornos.

Insgesamt 57 Kinderporno-Bilder heruntergeladen. Schwerer wiegt aber, dass er die abscheulichen Bilder auch zum Download anbot, was in mindestens sieben Fällen von anderen Pädophilen genutzt wurde.

Vor Gericht kamen abscheuliche Details an den Tag. Jon Venables gab sich im Internet als Mutter aus, die zusammen mit ihrem Mann ihre achtjährige Tochter missbraucht. So kam er in Kontakt mit anderen Kinderschändern, sammelte ihr Material und verkaufte es wieder.

Dafür wandert Venables jetzt zwei Jahre in den Knast. «Das ist viel zu wenig», sagt die Mutter des ermordeten James Bulger der britischen Zeitung «Sun». «Zum zweiten Malhat bei einem Verbrechen von Jon Venables nicht die Gerechtigkeit gesiegt.» (gca)

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