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Die Nachbarn beschreiben Josef Fritzl als freundlichen Mitbürger. Und keiner kann so recht glauben, was da passiert ist. Obwohl das Inzest-Monster von Amstetten 24 Jahre lang seine Tochter im Keller einschloss, sie immer wieder vergewaltigte und mit ihr sieben Kinder zeugte.
Niemand will das schreckliche Geschehen gemerkt haben. Doch: So unbescholten und unauffällig wie Josef Fritzl angeblich wirkte, war er nicht. Denn der 73-Jährige war vorbestraft! Er stand bereits einmal wegen sexueller Nötigung vor einem österreichischen Gericht und musste laut der englischen «Times» bereits in den 60er-Jahren für einige Monate ins Gefängnis.
Josef Fritzl war angeblich in die Wohnung einer jungen Frau eingedrungen und missbrauchte sie. Zudem stand er zweimal unter Verdacht, bei Gasthäusern Brände gelegt zu haben.
Diese Vergangenheit war auch den Arbeitskollegen von Josef Fritzl bekannt. «Sicher, er hat immer seine Arbeit gemacht, aber da war immer etwas Unheimliches an ihm. Und alle wussten, dass er mal im Gefängnis wegen sexueller Nötigung gesessen hat», sagte die Sprecherin einer Firma, für die der Elektro-Ingenieur einst gearbeitet hatte, zur «Welt».
Die Frage stellt sich: Warum wurde Josef Fritzl nie genauer überprüft? Warum durfte ein vorbestrafter Sexualstraftäter drei Kinder adoptieren? Auch bei den vermeintlichen Briefen der Mutter wurde kein Verdacht geschöpft. Stattdessen schieben sich die Behörden gegenseitig die Schuld in die Schuhe.
Das einzige, was die Vormundschaftsbehörden taten: Sie überprüften nach der Adoption, wie es den Kindern ging. Und stellten fest, dass die Grossmutter «äusserst fürsorglich» war und der Grossvater sich «liebevoll» um die Kinder kümmerte. Dass es hinter der Fassade von Josef Fritzl alles andere als herzlich zu und her ging, schien den Behörden nicht aufzufallen. (spj)