
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Der Kärntner Landeshauptmann (Ministerpräsidenten) und Chef der rechten Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) habe mit seinem Dienstwagen kurz vor dem Unfall ein anderes Auto überholt, berichtete die Polizei. Danach sei er mit seinem Wagen aus noch unbekannter Ursache von der Strasse abgekommen.
Das Fahrzeug überschlug sich. Dabei habe Haider, der allein im Auto gewesen sei, schwerste Verletzungen im Kopf- und Brustbereich erlitten, an denen er wenig später gestorben sei.
«Für uns ist das wie ein Weltuntergang», sagte Haiders Sprecher und Stellvertreter im Parteivorsitz, Stefan Petzner. Haider sei noch bei einer Veranstaltung gewesen und habe nach Hause fahren wollen, als sich der Unfall ereignete. Der Politiker hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Töchter.
Steile Karriere
Als Sohn eines Schuhmachers und einer Lehrerin wurde Haider in Kärnten geboren, nach der Maturität studierte er in Wien Jura. 1977 machte er dann als FPÖ-Landesparteisekretär die Politik zu seinem Beruf und schaffte eine steile Karriere.
Lange Jahre war der Rhetorik- und Medienprofi der «starke Mann» der Partei und zimmerte im Hintergrund unter anderem an der umstrittenen Regierungskoalition im Jahr 2000 mit der konservativen ÖVP unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.
Haider selbst war im Kabinett nicht vertreten, da er wegen seiner zahlreichen umstrittenen Äusserungen zum Nationalsozialismus als untragbar galt. So hatte er Konzentrationslager als «Straflager» bezeichnet und von einer «ordentlichen Beschäftigungspolitik» des Dritten Reichs gesprochen.
Mit Haider im Abseits
Doch allein der Eintritt der FPÖ in die Regierung führte zu einem Eklat in der Europäischen Union. Die EU-Länder beschlossen Sanktionen: Bilaterale Kontakte wurden unterbrochen und österreichischen Kandidaturen für Posten bei internationalen Organisationen die Unterstützung verweigert. Nach neun Monaten wurden diese Massnahmen aber eingestellt.
Haider, der sich bis zum Schluss als Europa-Skeptiker profilierte, überwarf sich schliesslich mit der FPÖ und gründete eine neue Formation, das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ).
Comeback mit BZÖ
Bei den Parlamentswahlen Ende September erzielte die Partei einen Stimmenanteil von elf Prozent und war zwischenzeitlich als möglicher Koalitionspartner der ÖVP im Gespräch. Der neue ÖVP-Chef Josef Pröll wollte davon jedoch nichts wissen.
Haider war nicht nur die umstrittenste, sondern auch die schillerndste Figur der österreichischen Politik. Er war oft im eigenen Helikopter oder im schwarzen Porsche-Cabrio unterwegs, kletterte medienwirksam auf den Grossglockner und pflegte eine Freundschaft mit einem Sohn des libyschen Staatschefs Muammar Gadaffi. Dem irakischen Diktator Saddam Hussein stattete er 2002 einen Besuch ab. (SDA)
play
Streitbarer und umstrittener Politiker: Jörg Haider. Wurde er ermordet? (Reuters)