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Seine politischen Äusserungen – vom Lob der NS- Beschäftigungspolitik bis zur Forderung von elektronischen Fussfesseln für Asylbewerber – sorgten regelmässig über die Grenzen hinaus für Empörung.
Als Kärntner Landeshauptmann (Ministerpräsident) hatte sich Haider in den vergangenen Jahren aus der österreichischen Bundespolitik zurückgezogen. Schlagzeilen machte er nur durch sein Bauverbot für Moscheen mit Minaretten oder die eigenmächtige Ausweisung von Asylbewerbern in die benachbarten Bundesländer.
«Haider-Faktor»
Doch bei der österreichischen Parlamentswahl Ende September wollte es der Populist, dessen politisches Ende immer wieder prophezeit worden war, noch einmal wissen: Als Spitzenkandidat seiner bislang eher erfolglosen Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) holte er mit dem «Haider-Faktor» rund elf Prozent und konnte damit das Ergebnis seiner Partei mehr als verdoppeln.
Jahrzehntelang war Haider der «starke Mann» der rechten Partei FPÖ. Nach der Parlamentswahl im Herbst 1999 wurde die FPÖ von der konservativen Volkspartei (ÖVP) unter Wolfgang Schüssel in eine Koalitionsregierung geholt.
Dies löste erstmals in der Geschichte der Europäischen Union Sanktionen der EU-Partnerländer gegen einen Mitgliedsstaat aus. Haider, der als Strippenzieher im Hintergrund agierte, übernahm damals jedoch kein Amt in der Regierung.
Nach internem Parteienstreit und Auseinandersetzungen mit seinem politischen Ziehsohn Heinz-Christian Strache machte Haider, der für den eher liberalen Flügel in der FPÖ stand, sich mit seinem BZÖ selbstständig.
Gewiefter Taktiker
Der Sohn eines Schuhmachers und einer Lehrerin wurde am 26. Januar 1950 in Kärnten geboren, nach dem Abitur studierte er in Wien Jura. 1977 machte er dann als FPÖ-Landesparteisekretär die Politik zu seinem Beruf und schaffte eine steile Karriere.
Von politischen Beobachtern wurde Haider als gewiefter Taktiker und Populist beschrieben, er galt aber auch in seinem Handeln als völlig uneinschätzbar.
Immer wieder brach er mit seinen Äusserungen Tabus und sicherte sich so auch die extrem rechte Wählergunst. «Im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal ihre Regierung in Wien zusammenbringt», sagte er beispielsweise 1991. (SDA)