Fall Kachelmann Jetzt spricht ein Mithäftling

MANNHEIM – Beschlagnahmte Pasta-Teller, ein Messer mit DNA-Spuren – viele Indizien wurden im Fall Kachelmann gesammelt. Ihn scheint dies nicht zu belasten. Das erzählt ein Ex-Knasti.

  • Publiziert: 07.05.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

Jörg Kachelmann sitzt seit über sechs Wochen in der JVA Mannheim. Dort scheint er seinen Charme wie einst vor der Kamera gekonnt auszuspielen – Mithäftlinge verlieren kein schlechtes Wort über ihn.

So wie Ertan Özalli, ein Türke, der wegen Betruges im Gefängnis sass und den Wetter-Moderator kennenlernte. Gegenüber «RTL» erzählte Özalli: «Er war zu allen Wärtern und Mithäftlingen sehr freundlich und redete mit allen.» Er sei mit allen respektvoll umgegangen.

Auf dem Gefängnishof sei Kachelmann nie allein. «Es stehen eigentlich immer zwei bis drei Leute bei ihm», so Özalli. Auch persönlich hatte er einmal Kontakt mit ihm, was ihn offenbar sehr beeindruckte. «Als wir einmal zusammen in einem Raum sassen, bot er mir Schokolade an – das hat in den acht Monaten nie jemand gemacht», sagt er zu «RTL».

Der Meteorologe habe in der Zeit im Gefängnis nicht wie jemand gewirkt, der schuldig sei – «aber ich weiss natürlich nicht, wie es in ihm aussieht», so der Ex-Häftling.

Das Amtsgericht Mannheim lässt den Wettermoderator jedenfalls noch in der Zelle schmoren. Der zuständige Haftrichter vertagte eine Entscheidung darüber, ob ein Haftbefehl wegen Vergewaltigung aufgehoben und der 51-Jährige somit aus dem Gefängnis entlassen wird.

Dieser Antrag werde frühestens in der kommenden Woche geprüft, teilte das Amtsgericht Mannheim mit (Blick.ch berichtete). Darauf einigten sich der Richter, Kachelmanns Anwalt und der Schweizer Meteorologe. (num)

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