PARIS – In Frankreich ist die Impfwut ausgebrochen. Alle wollen den Pieks gegen die Schweinegrippe. Jetzt müssen Militärärzte und Studenten ran, um den Andrang zu bewältigen.
Grosses Geschütz im Kampf gegen das H1N1-Virus: Frankreich mobilisiert jetzt auch das
Militär, um den Ansturm der Tausenden Impfwilligen zu bewältigen. Staatschef Nicolas Sarkozy ordnete zudem an, die Impfzentren ab sofort auch am Sonntag zu öffnen.Ab Mittwoch würden die landesweit gut 1100 Impfzentren durch «mehrere hundert» Militärärzte, Arbeitsmediziner und Medizinstudenten verstärkt, teilte das Präsidialamt heute in
Paris mit.Die Armee könne binnen weniger Tage «zwischen 100 und 150 Impfteams» abstellen, sagte Verteidigungsminister Hervé Morin im Sender «France Inter». Noch vor zwei Wochen habe sich niemand impfen lassen wollen. «Heute ist es genau umgekehrt.»Impfen rund um die UhrIn den vergangenen Tagen war es in mehreren Zentren zu Schlangen und stundenlangen Wartezeiten gekommen. Deshalb würden jetzt auch die Öffnungszeiten an Werktagen und insbesondere am Samstag, am schulfreien Mittwoch und in den Abendstunden ausgeweitet, teilte der Elysée-Palast mit.Sarkozy hatte am Freitag angesichts einer steigenden Zahl von Todesfällen gefordert, die Epidemie «ernst zu nehmen». Frankreich, das praktisch für die gesamte Bevölkerung Impfstoff bestellt hat, hatte mit der schrittweisen Impfung seiner Bevölkerung am 12. November begonnen. (SDA/s5j)