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Pfarrer Peter H. hätte gestern den 11.30-Uhr-Gottesdienst in der Bad Tölzer Franziskanerkirche halten sollte. Doch der pädophile Pfarrer (62) glänzte durch Abwesenheit und wurde vertreten. Mit gutem Grund: Nachdem seine Schäfchen von seiner Missbrauchs-Vergangenheit erfahren hatten, sind sie nicht mehr zahm, gingen auf seine Vertretung los.
Erst am Freitag war publik geworden, dass der pädophile Pfarrer Peter H. im deutschen Bundesland Nordrhein-Westphalen einen 11-Jährigen missbraucht hatte. Trotzdem stimmte Papst Benedikt XVI. 1980 dessen Versetzung nach München zu. Dort hätte Peter H. eine Therapie machen sollen, wurde stattdessen aber in der Gemeinde tätig – und vergewaltigte erneut einen Jugendlichen. Strafe: 18 Monate auf Bewährung.
Er brach Bistums-Auflagen
In Bad Tölz arbeitete Peter H. seit 2008. Entgegen der Auflage des Bistums, er dürfe keine Kinder-, Jugend- und Ministrantenarbeit leisten, feierte der Missbrauchs-Pfarrer laut «Bild.de» weiter Jugend-Gottesdienste.
«Was ist jetzt los mit Pfarrer H.?»
Empört über die Tatsachen sprang ein Kirchgänger, der sich demnächst von Pfarrer Peter. H. hatte trauen lassen wollen, gestern auf. Laut der «Süddeutschen Zeitung» rief er: «Was ist jetzt los mit Pfarrer H.?» Einige Gläubige verliessen zudem die Kirche.
«Alles, was unter den Teppich gekehrt wird, fault und stinkt»
Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen forderte gestern laut «Bild.de» eindringlich Aufforderung: «Denn alles, was unter den Teppich gekehrt wird, das fault und stinkt und verpestet die Atmosphäre. Das hat es viel zu lange gegeben. Alles, was aufgedeckt, bearbeitet und bereut wird, das kann zur Heilung führen.» (nce)
Pfarrer Peter H. zieht die Wut der Katholikenin Bad Tölz auf sich.