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Das ist die Schreckensbilanz des schwersten Erdbebens in Italien seit 30 Jahren: 207 Menschen sind ums Leben gekommen. 15 Menschen werden noch vermisst. Das teilte Regierungschef Silvio Berlusconi heute auf einer Pressekonferenz mit. Allein in dem 250-Einwohner-Dörfchen Onna bei LAquila kamen mindestens 39 Menschen ums Leben.
Die Rettungskräfte leisten Übermenschliches. Sie konntenüber 100 Menschen lebend aus den Trümmern holen.
Die schwer traumatisierte Region in den Abruzzen wird noch lange unter den Folgen des Erdbebens leiden. Mindestens 1500 Menschen wurden durch den Erdstoss verletzt. Bis zu 17000 Menschen wurden nach Regierungsschätzungen obdachlos.
Nacht im Auto verbracht
Rund 280 Nachbeben erschütterten die Region und versetzten die überlebenden Erdbebenopfer erneut in Angst und Schrecken. In LAquila übernachteten Dutzende Überlebende bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in ihren Autos auf einem grossen Parkplatz.
«Die Altstadt soll zur Hälfte zerstört sein», sagt Nicoletta Giusti. Die 53-Jährige ist mit Ehemann und Tochter auf den Rasen des Sportplatzes gezogen. Nur hier fühlt sie sich noch sicher. Ein Mann trägt seine greise Mutter zum Sportplatz.
Andere Erdbebenopfer wurden in Kasernen, Stadien und Sporthallen untergebracht, viele flüchteten aus der Katastrophenregion und suchten Unterkunft bei Freunden oder Verwandten. Im mittelalterlichen Stadtkern von LAquila gibt es praktisch keine Strasse ohne schwer beschädigte Gebäude.
«Wir haben uns immer gesagt, alles hier sei erdbebenfest gebaut», sagt Nicoletta Giusti traurig. Aber zu erschöpft und gebrochen, um sich darüber aufzuregen. (SDA/spj)