Jemen Mehr als 90 Tote nach Luftangriff auf Trauerfeier im Jemen

Sanaa – Bei einem der verheerendsten Luftangriffe im jemenitischen Bürgerkrieg sind mindestens 90 Menschen gestorben. Zudem sind bei dem Bombardement auf eine Trauergesellschaft in Jemens Hauptstadt Sanaa am Samstag mehr als 550 Menschen verletzt worden.

Sanaa Jemen Luftangriff: Mehr als 90 Tote nach Angriff auf Trauerfeier play
Rauch steigt auf nach einem Luftangriff auf Jemens Hauptstadt Sanaa. (Archiv) KEYSTONE/EPA/YAHYA ARHAB

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Ihr droht lebenslange Haft 17-Jährige vergewaltigt jungen Mann
2 Papa hat sich vertwittert Trump lobt die falsche Ivanka
3 Wegen Brexit UBS könnte 1000 Jobs aus London abziehen

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
1 shares
Fehler
Melden

Das teilte ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums laut Nachrichtenagentur Saba mit. Die Agentur wie auch das Gesundheitsministerium unterstehen den schiitischen Huthi-Rebellen, die gegen die international anerkannte Regierung des Landes kämpfen.

Saba zufolge ist das saudisch geführte sunnitische Bündnis für die Attacken auf die Trauerhalle verantwortlich. Sie fliegt als einzige Macht im Jemen Angriffe. Die Koalition selbst bestritt Medienberichten zufolge, in der Region Einsätze geflogen zu sein.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) teilte mit, in den MSF-unterstützten Krankenhäusern Sanaas seien mehr als 400 Menschen behandelt worden. Das internationale Komitee vom Roten Kreuz im Jemen kündigte Hilfe an. Unter anderem würden 300 Leichensäcke zur Verfügung gestellt. Unter den Toten und Verletzten sollen auch ranghohe Funktionäre der Huthi-Rebellen sein.

Im Internet kursierende Aufnahmen, deren Echtheit sich zunächst nicht unabhängig überprüfen liess, zeigten eine zerstörte Halle, aus der Flammen schlugen. Sirenen heulten, Menschen riefen durcheinander.

Jemens Hauptstadt Sanaa ist seit September 2014 unter der Kontrolle der Huthis, die gegen Truppen der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi kämpfen. Die Angriffe des saudischen Bündnisses hatten im März 2015 begonnen und trafen neben Huthi-Stellungen immer wieder auch humanitäre Einrichtungen, Märkte oder Hochzeitsgesellschaften. Viele Unbeteiligte wurden dabei getötet.

Ärzte ohne Grenzen hatte kürzlich ihr Personal aus dem Norden des Landes abgezogen und als Gründe «willkürliche Bombardements» und «unzuverlässige Zusicherungen» des Militärbündnisses angeführt.

Die USA stützen den Kurs Saudi-Arabiens und verlangen von den Huthis, sich aus den grossen Städten im Jemen zurückzuziehen sowie ihre Waffen abzugeben. US-Aussenminister John Kerry hatte trotz der Vielzahl getöteter Zivilisten gesagt, das militärische Vorgehen Riads sei eine Antwort auf die Gewalt aus dem bitterarmen Nachbarland.

Die Huthis hatten vor wenigen Tagen einen eigenen Ministerpräsidenten ernannt. Mit diesem Schritt rückte nicht nur eine diplomatische Lösung in weite Ferne. Es wurde auch befürchtet, dass sich der militärische Konflikt mit der Regierung von Präsident Hadi weiter verschärfen könnte. Friedensgespräche der Konfliktparteien waren im August gescheitert. (SDA)

Publiziert am 08.10.2016 | Aktualisiert am 10.10.2016
teilen
teilen
1 shares
Fehler
Melden