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Der 9. November vor 20 Jahren: In Berlin fällt die Mauer und mit ihr der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West. Ein Volk, das entzweit wurde, wird wieder eins. Willy Brandt, Westberlins Bürgermeister, sagt damals: «Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.»
Arbeiter, Arbeitslose und Linke unzufrieden
Doch auch 20 Jahre danach, sind 28 Jahre der Trennung noch nicht überwunden – und der Prozess des Zusammenwachsens ist noch nicht abgeschlossen. Jeder achte Deutsche ist der Meinung, die Mauer sollte schnell wieder aufgebaut werden.
Diese Meinung ist im Osten wie im Westen Deutschlands gleichmässig vertreten: In den alten Ländern sind es 12 Prozent, in den neuen 13 Prozent, die mit dem vereinten Vaterland so ihre Probleme haben, wie eine Umfrage des Leipziger Institut für Marktforschung zeigt.
Unter denjenigen, die sich die Grenze zwischen Ost und West zurückwünschen, sind vor allem Arbeitslose, Arbeiter und Wähler der Linken. Die Gründe: Ein Drittel findet, dass die Ungerechtigkeit nach dem Fall der Mauer zugenommen hätte. Und jeder Vierte beklagt sich, dass sein Lebensstandard gesunken wäre.
Für die Mehrheit ein Grund zur Freude
Doch für die Mehrheit der Deutschen ist der Mauerfall vor 20 Jahren ein Segen. Zwei Drittel der Deutschen freut sich über die Wiedervereinigung der beiden Staaten – 9 Prozent der Befragten enthält sich der Stimme.
Und so feiert Deutschland heute, dass «das zusammen wächst, was zusammen gehört.» Mit einer Kanzlerin aus dem Osten und einem Vize-Kanzler aus dem Westen an der Spitze des vereinten Landes. (s5j)
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9. November 1989 – der Tag an dem Deutschland wieder eins wurde. (Keystone)