TOKIO – Japan beendet einen Monat früher als geplant die Walfangsaison in der Antarktis. Das teilte die japanische Fischereibehörde heute Mittwoch in Tokio als Konsequenz aus dem Brand auf dem Walfangschiff «Nisshin Maru» mit.
«Es ist das erste Mal in 20 Jahren, dass wir unsere
Forschung abbrechen müssen», sagte der Leiter der zuständigen Abteilung, Takahide Naruko. «Wir sind natürlich sehr enttäuscht.» Von den geplanten 860 Walen seien 508 erlegt worden.
Die «Nisshin Maru» war nach einem Brand vor zwei Wochen zehn Tage lang ohne eigene Maschinenkraft in der Ross-See getrieben. Ein Seemann kam bei dem Zwischenfall ums Leben. Neuseeland und die Umweltschutzorganisation
Greenpeace befürchteten eine Umweltkatastrophe für den Fall, das Packeis die «Nisshin Maru» trifft und Öl ins Meer gelangt. Ein Hilfeangebot von Greenpeace, den Havaristen von einer von Pinguinen bevölkerten Küste wegzuschleppen, lehnten die Walfänger ab.
Schliesslich gelang es der Besatzung, die
Maschinen wieder anzuwerfen und aus eigener Kraft von der Küste weg zu fahren. Die Entscheidung, die bis Ende März dauernde Walfangsaison abzubrechen, wurde aber erst am Mittwoch offiziell bekannt gegeben.
Japan bezeichnet die Jagd auf die Wale als wichtige wissenschaftliche Forschung, die Daten über den Bestand, Fressgewohnheiten und die Verteilung der Meeressäuger in den Gewässern der Antarktis hervorbringe. Greenpeace erklärt dagegen, diese Daten könnten auch erhoben werden, ohne die
Tiere zu töten. Die Internationale Walfangkommission (IWC) hat die Waljagd seit 1986 verboten.