Janets Blitzer: TV muss nicht blechen

  • Publiziert: 21.07.2008, Aktualisiert: 14.01.2012

NEW YORK – Wegen «Nipplegate» hätte CBS beinahe tief ins Kässeli greifen müssen – doch auch im prüden Amerika gibts Richter, die nicht hinter jeder nackter Brust den Teufel wittern.

Dem US-Fernsehsender CBS bleibt eine 550000-Dollar-Strafe wegen der (fast) nackten Brust von Janet Jackson erspart. Ein Berufungsgericht in Philadelphia wies heute einen entsprechenden Bussgeldbescheid der US-Medienaufsicht zurück. Der Sender sei nicht verantwortlich für den umstrittenen Auftritt der Sängerin zusammen mit Justin Timberlake im Jahr 2004, befanden die drei Richter.

Popsänger Timberlake hatte damals bei der Halbzeit-Show des amerikanischen Football-Finales Superbowl seiner Kollegin Jackson so ans Bustier gegriffen, dass für den Bruchteil einer Sekunde ihre Brust zu sehen war – im prüden Amerika ein Skandal. Die Aufsichtsbehörde warf dem Sender vor, damit zur «Unanständigkeit» beigetragen zu haben und verhängte das Bussgeld.

Die Behörde habe nicht nachgewiesen, dass CBS wissentlich und absichtlich gehandelt habe, urteilten die Richter mehrheitlich. Dies sei jedoch Mindestvoraussetzung, um einen Sender zu bestrafen. Timberlake und Jackson waren laut Urteil als unabhängige Vertragspartner für die Show tätig.

Der anstössige Anblick vor rund 90 Millionen Zuschauern dauerte dem Gericht zufolge gerade mal «Neun-Sechzehntel einer Sekunde». Timberlake sang dabei die Liedzeile: «Gonna have you naked by the end of this song» – «Bis zum Ende dieses Lieds werde ich Dich nackt haben». (SDA/hhs)

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