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Wilde Gerüchte umranken die 25-jährige Moldauerin Domnica Cemortan seit der Havarie der «Costa Concordia». Gestern befragten italienische Polizisten die junge Frau in Grosseto fast fünf Stunden lang.
Im Verhör habe die junge Frau jetzt zugegeben, dass sie im Moment des Unglücks mit Kapitän Francesco Schettino (52) auf der Brücke war. Das hatten auch andere Crew-Mitglieder berichtet. Doch Cemortan habe auch eingestanden, was von Beginn an gemunkelt wurde: «Ich war dort, weil ich in Schettino verliebt bin», zitiert «Il Messaggero» durchgesickerte Informationen aus dem Verhör. Sie sei als Gast des Kapitäns auf der Brücke gewesen und habe «dramatische Momente» erlebt, schreibt «La Stampa».
Nach der Einvernahme versuchte die Moldauerin mit hochgezogener Kapuze und Brille das Gebäude unbemerkt zu verlassen. Es gelang ihr nicht.
Cemortans Sachen in der Kapitänskabine
Inzwischen fanden sich in der Kapitänskabine auch persönliche Gegenstände von Cemortan, wie «La Repubblica» berichtet. Deshalb befragte die Polizei die junge Frau auch nach ihrem Verhältnis zu Schettino. So ist auch zu erklären, warum die 25-Jährige zwar ein Bordticket hatte, aber keiner Kabine zugeordnet war. Sie logierte offenbar beim Kapitän.
Schon kurz nach der Havarie vor Giglio suchten die italienischen Medien nach einer «mysteriösen Unbekannten», die im Restaurant fotografiert wurde, als sie mit dem Kapitän zu Abend gegessen haben soll. Rasch wurde klar, dass es sich um Cemortan handelte. In einem Interview im moldawischen Fernsehen lobte sie den Unglückskapitän über alle Massen: «Ich glaube, er hat einen tollen Job gemacht (...), er hat 3000 Menschen das Leben gerettet.»
Ein Verhältnis mit dem verheirateten Kapitän hatte Cemortan aber immer abgestritten: In einem Telefoninterview mit dem «Corriere della sera» sagte sie vor rund 10 Tagen: «Ich bin nicht die Geliebte von Schettino». Und sie erklärte weiter, der Kapitän zeige jedem ein Foto seiner Tochter, als sie ein Baby war. Das tue doch kein Mann, der eine Geliebte suche.
Schettino bleibt ihr Held
Auch gestern verteidigte die verliebte junge Frau den Kommandanten der «Costa Concordia». Für sie ist und bleibt Schettino ein Held. Und sie habe im Verhör beklagt: «Es ist nicht recht, dass jetzt sein Ansehen zerstört wird.»
Doch mit ihrem Liebesgeständnis gibt Cemortan den Spekulationen Auftrieb, sie sei die Sirene, die den Kapitän verhängnisvoll ablenkte. (sik)
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