Italien sagte «Addio»

  • Aktualisiert am 19.01.2012

ROM/L'AQUILA – Italien trauert. Im Gedenken an die Oper stehen die Flaggen im ganzen Land auf Halbmast. In der Abruzzen-Hauptstadt L'Aquila nehmen tausende von den Getöteten Abschied.

Mit einem nationalen Trauertag gedenkt Italien heute der Opfer des schweren Erdbebens in den Abruzzen. Die Trauerzeremonie für 150 Erdbebenopfer findet auf dem Platz vor einer Polizeischule in der Abruzzen-Hauptstadt LAquila statt.

Die Messe wird unter anderem von der Nummer Zwei des Vatikans, Kardinal Tarcisio Bertone, zelebriert und landesweit im Fernsehen übertragen. Unter den Trauergästen sind auch Staatspräsident Giorgio Napolitano und Regierungschef Silvio Berlusconi.

In ganz Italien wurde ein nationaler Trauertag ausgerufen. Zum Gedenken an die Opfer wurden landesweit die Flaggen auf Halbmast gesetzt.


Opferzahl steigt

Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens stieg auf 287, wie italienische Medien berichteten. Bis zu 30 Menschen wurden noch vermisst, 1170 Menschen erlitten Verletzungen. Rund 10000 Häuser wurden zerstört, 20000 Menschen sind obdachlos.

«Die Schäden sind wirklich gigantisch. Es wird Jahre dauern, bis man alles wieder aufbauen kann», betonte der italienische Kulturminister Sandro Bondi. «Man kann diese Zeit nicht in Monaten berechnen», sagte auch Regierungschef Silvio Berlusconi.

50 Prozent der Unternehmen in den Abruzzen liegen nach dem Erdbeben lahm. Die Regierung hat bereits 100 Millionen Euro zur Bewältigung der Krisenphase gesprochen. (SDA)

Starkes Nachbeben

Gestern Abend wurde das Katastrophengebiet erneut von einem Nachbeben erschüttert. Ein Beben der Stärke 5,1 mit Epizentrum in Mittelitalien wurde gemeldet. Der Erdstoss war auch in Rom zu spüren.

In den Not-Zeltlagern in der Stadt LAquila, die von dem Beben in der Nacht zu Montag besonders stark betroffen war, versetzte das Nachbeben die Menschen erneut in Angst. «Niemand kann sagen, wie lange diese Nachbeben dauern werden. Es kann sich um wenige Tage, aber auch um Monate handeln», sagte der prominente Vulkanologe Enzo Boschi.
Die Trauer sitzt tief. Auch Silvio Berlusconi kämpft mit den Tränen.- AP

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