Italien öffnet alte Müll-Deponien

  • Publiziert: 22.01.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
play Gestern in Neapel: Mutter und Kind tragen Masken wegen der stinkenden Müllberge in den Strassen. (AP)

ROM – Die italienische Regierung hat gestern einen Plan vorgelegt, wie sie die Abfallberge in Neapel rasch abbauen will. Abhilfe soll die provisorische Wiedereröffnung mehrerer Deponien in der Region schaffen.

Sonderkomissar Gianni De Gennaro versprach die sofortige Neueröffnung von drei gesperrten Deponien. Weitere drei Abfallhalden sollen vorübergehend in Betrieb gesetzt werden. Insgesamt müssen dort über eine Million Tonnen Müll untergebracht werden.

«In den nächsten zehn Tagen müssen wir ein System neuer Deponien organisieren, in denen bis zu einer Million Tonnen Unrat entsorgt werden können. In diesen Deponien müssen 10000 Tonnen Abfall pro Tag untergebracht werden. Auf diese Weise werden wir einen Weg aus der Krise finden», sagte De Gennaro.

Mit Hilfe des Militärs seien in den vergangenen Tagen rund 35000 Tonnen Müll von den Strassen Neapels entfernt worden, sagte De Gennaro. Zudem seien die Lokalbehörden Kampaniens aufgefordert worden, in den nächsten Wochen einen Plan zur Mülltrennung vorzulegen.

Mafia-Deponien beschlagnahmt

Laut De Gennaro sind sieben illegale Deponien beschlagnahmt worden. In diesen habe die Camorra, die neapolitanische Mafia, Tonnen von gefährlichem Giftmüll illegal entsorgt.

Die Müllkrise im Grossraum Neapel schwelt bereits seit 14 Jahren. Die bestehenden Deponien sind überfüllt, betroffene Gemeinden blockieren die Errichtung neuer. Mitglieder der Camorra unterwanderten nach Angaben der Behörden die Stadtreinigung. Ausserdem soll eine chaotische Bürokratie für die Krise mitverantwortlich sein. (SDA)

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