Italien Italiener gehen für Homo-Ehe auf die Strasse

Rom – Bei landesweiten Kundgebungen haben am Samstag tausende Menschen in 80 italienischen Städten für die Einführung eingetragener Partnerschaften demonstriert. Sie wollten damit einen Gesetzesentwurf unterstützen, der kommende Woche im Senat erstmals diskutiert wird.

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Damit sollen erstmals homo- und heterosexuelle Lebenspartnerschaften standesamtlich registriert werden können.

Statt für eine zentrale Massenkundgebung, wie sie die Gegner des Gesetzesvorhabens kommende Woche in Rom planen, entschieden sich die Anhänger der Homo-Ehe für eine Vielzahl gleichzeitiger Kundgebungen. Die grössten Kundgebungen fanden in Rom und in Mailand statt.

Die Demonstranten hielten einen Wecker in der Hand und skandieren: «Italien, wach' auf, es ist Zeit». Sie schwenkten dabei Fahnen in Regenbogenfarben. In Rom versammelten sich die Demonstranten vor dem Pantheon und skandierten Slogans für eingetragene Partnerschaften. In Mailand fand die Demonstration auf dem Platz vor dem Scala-Theater statt.

«Ein Gesetz über eingetragene Partnerschaften ist notwendig», sagte Premier Matteo Renzi. Er respektiere sowohl die Italiener, die sich am Samstag an den landesweiten Kundgebungen beteiligen, als auch jene, die bei dem am 30. Januar von katholischen Verbänden ausgerufenen «Familientag» in Rom dabei sein werden. Die katholischen Verbände wollen bei der Demonstration die auf der Ehe aus Mann und Frau basierende Familie verteidigen.

Der Senat in Rom debattiert am kommenden Donnerstag erstmals über ein Gesetzesvorhaben zur Einführung eingetragener Partnerschaften für Schwule und Lesben.

Dem Entwurf zufolge sollen Homosexuelle in eingetragenen Partnerschaft den Namen des Partners übernehmen sowie dessen leibliche Kinder adoptieren können, wenn diese keinen weiteren anerkannten Elternteil haben. Im Todesfall soll es zudem eine Rente für den Partner geben.

Italien ist das letzte grosse Land Westeuropas, das keinen besonderes Status für homosexuelle Paare hat. Umfragen sehen derzeit unter den Italienern einen leichten Vorsprung für die Lebenspartnerschaften - bei einer starken Ablehnung eines Adoptionsrechts für Homosexuelle. Das Gesetzesvorhaben spaltet die Regierungsmehrheit, doch wird es von Teilen der linken wie der rechten Opposition unterstützt.

«Was auch immer das Parlament entscheidet, haben wir bereits eine Schlacht gewonnen», sagte die Präsidentin des Vereins Famiglie Arcobaleno (Regenbogenfamilien), Marilena Grassadonia. Sie begrüsste die starke Unterstützung aus der Zivilgesellschaft und die erhöhte Aufmerksamkeit für ihr Anliegen. «Wir waren Phantom-Familien für Millionen von Italienern, nun sind wir eine Realität, die niemand leugnen kann.»

Papst Franziskus hatte am Freitag gemahnt, dass es aus Sicht der katholischen Kirche keine andere Partnerschaft als die kirchliche Ehe geben könne. Zudem warnte er vor einer «Verwechslung zwischen der von Gott gewollten Ehe und anderen Arten der Verbindung». (SDA)

Publiziert am 23.01.2016 | Aktualisiert am 23.01.2016
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