Ist Ingrid Betancourt eine Tyrannin?

Sechs Jahre lang war Ingrid Betancourt (47) die Geisel von kolumbianischen Rebellen. Im Juli 2008 wurde sie befreit. Jetzt ziehen Ex-Mitgefangene über die Politikerin her.

  • Aktualisiert am 14.01.2012
Tom Howes, Marc Gonsalves und Keith Stansell beschuldigen Ingrid Betancourt schwer.- AP

Die drei Amerikaner Keith Stansell (44), Thomas Howes (55) und Marc Gonsalves (36) waren Mitgefangene von Ingrid Betancourt im kolumbianischen Dschungel. In ihrem Buch «Out of Captivity» beschuldigen sie die weltweit als Heldin gefeierte und für den Friedensnobelpreis nominierte Französin schwer.

Betancourt sei «dominant» und «hochnäsig» gewesen, werden die Autoren von «bild.de» zitiert. Betancourt habe gegenüber den FARC-Rebellen sogar behauptet, die drei Amerikaner seien CIA-Agenten und habe sie so in Lebensgefahr gebracht. Laut den Autoren hat Betancourt in der Gefangenschaft auch Essen gestohlen und weder Bücher noch Informationen mit den anderen Geiseln teilen wollen. Die Amerikaner bezeichnen Betancourt als eine Person die «gerne kontrolliert und manipuliert».

Ingrid Betancourt hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäussert. Ihre Befreiung im Juli 2008 hatte ein riesiges Medienecho ausgelöst. Kein Wunder, dass sich nun auch böse Zungen zu Wort melden. Laut ihrer Sprecherin schreibt die Politikern gerade an ihren Memoiren. Dann werden wir wohl auch ihre Version des Lebens in Geiselhaft zu hören bekommen. (hgt)

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Ist diese Frau eine Heldin oder doch eine fiese Tyrannin, die ihre Mitgefangenen in Lebensgefahr brachte?- Reuters

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