Holocaust Israels Premier: «Und das wollt ihr leugnen?!»

  • Publiziert: 24.09.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
play Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zeigte heute in der Uno-Vollversammlung mehrere Dokumente, die den Genozid an Millionen Juden beweisen. (Reuters)

NEW YORK – Sechs Millionen Juden fielen dem Nazi-Terror zum Opfer. Den Iranern, die das bestreiten, hielt Benjamin Netanjahu heute genügend Beweise unter die Nase.

Heute trat nicht nur Hans-Rudolf Merz vor die Uno-Generalversammlung, sondern auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Nach dem gestrigen antisemitischen Auftritt des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad warf er den Vereinten Nationen mangelnde Unterstützung vor.

«Wollen Sie an der Seite Israels stehen oder an der Seite von Terroristen?», fragte Netanjahu bei seiner Rede in die Runde. Sein Land werde seit Jahren von terroristischen Palästinensern aus dem Gazastreifen mit Raketen angegriffen, dennoch habe es bisher keine einzige Resolution des Sicherheitsrats dagegen gegeben.

Die antisemitischen Äusserungen Ahmadinedschads wies der Ministerpräsident in scharfer Form zurück – und zeigte mehrere Dokumente, die den Holocaust beweisen. Darunter etwa ein Sitzungsprotokoll von der Wannsee-Konferenz 1942, an der die Nazis die «Endlösung» beschlossen.

Schweizer blieben sitzen

Wer die Rede des iranischen Präsidenten nicht boykottiert habe, habe einem Mann das Podium überlassen, der den Tod von sechs Millionen Juden im Dritten Reich leugne, rief Netanjahu in die Runde.

«Haben Sie keine Scham? Haben Sie keinen Anstand?», fragte er. Zahlreiche Länder, darunter die USA, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien hatten den Saal aus Protest verlassen. Die Schweizer Delegation blieb sitzen.

Ahmadinedschad hatte Israel in seiner Rede scharf kritisiert (Blick.ch berichtete). Er bezeichnete die israelische Politik gegenüber den Palästinensern als «unmenschlich» und «rassistisch».

Mit Blick auf die Lage im Gazastreifen sagte er: «Wie kann es sein [...], dass unterdrückte Männer und Frauen, die Opfer eines Völkermords und strikter wirtschaftlicher Blockade sind, Grundbedürfnisse wie Essen, Wasser und Medikamente verweigert bekommen?» (SDA/hhs)

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