Chaos und Gewalt auf den Malediven nach dem Rücktritt des Präsidenten Islamisten greifen nach dem Ferien-Paradies

Reformer Nasheed weicht den islamistischen Krawallen. Er ist gescheitert an der Heuchelei.

  • Publiziert: 07.02.2012, Aktualisiert: 08.02.2012
  • Von Thomas Ley
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Sind die Luxus-Spas lauter «unanständige Bordelle»?

(Keystone)

Wenn Trauminseln die wichtigste Branche eines Landes sind, dann wird mit diesen Inselträumen auch Politik gemacht. Verlogene Politik. Nun stolpert also Mohamed Nasheed (44), der junge Präsident der Malediven, über die Heuchelei. Über die Tatsache, dass man ausgerechnet in dieser völlig vom Tourismus abhängigen Inselnation gern schimpft über «schweinische» westliche Bikini-Gäste.

Am Jahresende wollte Na­sheed die Gegner austricksen. Denn seine Opposition besteht vor allem aus islamistischen Parteien, deren Anhänger auf Studienreisen in Saudi-Arabien wahabitische Frömmelei eingetrichtert bekommen.

Das Verlogene: Die reichen Oppositionsführer leben selber gut von ihren vielen Ferien­resorts. Gleichzeitig verteufeln sie Wellness-Spas als «Brutstätten der Prostitution». Als «Bordelle», in denen Alkohol getrunken und «unanständige» Musik gehört werde. Touristen kriegen das ja nicht mit. Bei arbeitslosen Maledivern abseits der Ferieninseln kommt es aber gut an.

Am 30. Dezember überraschte Nasheed die Saubermänner und liess die Spas schliessen. Die Reiseveranstalter waren geschockt. Und die Oppositionsführer, die einige Tage zuvor eine grosse Anti-Spa-Demo organisiert hatten, sagten plötzlich: Sie seien nur gegen «wirklich schlimme» Spas.

Nasheed hob den Bann eine Woche später wieder auf. Seither liessen ihn die blamierten Islamisten nicht mehr in Ruhe.

Gestern gab Nasheed den wochenlangen Demonstrationen auf der Hauptinsel Male nach. Er trat zurück und liess den Vizepräsidenten Mohammed Waheed Hassan (59) vereidigen. «Es ist besser für das Land, wenn ich gehe», sagte Nasheed: «Ich will nicht mit eiserner Faust regieren.» Ein erstaunliches Statement in einem Land, in dem die eiserne Faust bis vor vier Jahren üblich war.

Damals herrschte noch Maumun Abdul Gayum (74). Er und sein Clan rissen sich in 30 Jahren einen Grossteil der Hotels unter den Nagel. Und unterdrückten die Malediver mit Polizeigewalt und Folter. Erst 2008 musste er wirklich demokratisch wählen lassen. Bürgerrechtler Nasheed gewann.

Der junge Malediven-Präsident versuchte das Gesundheitssystem zu verbessern, bekämpfte die Korruption und mahnte die Welt unermüdlich, dass der Klimawandel die Malediven untergehen lasse.

Zudem setzte er sich zaghaft für religiöse Toleranz ein. Doch das war seinen frommen Landsleuten offenbar zu viel. Und das verheisst Böses für die touristische Zukunft des Landes. Das ist schlimmer als jeder Treibhauseffekt.

Reisen wir bald nicht mehr auf die Malediven?»

Kommentare (13)

  • Ricardo  Granda , Basel
    Na ja, da die einheimische Bevölkerung nicht viel vom Tourismus-Geld zu sehen bekommt, ist es so oder so egal ob jetzt weniger Touristen die Inseln besuchen. Aber da die meisten Inseln ihr Abfall im meer entsorgen und Umweltschutz bei der islamischen Regierung Scheinbar ein Tabu ist, finde ich es sowieso besser wenn niemand mehr als Tourist diese Inseln besucht. Für die Touristen dort ist das Meer scheinbar auch nur eine Müllhalde, sonst würden sie nicht dorthin gehen.
    • 09.02.2012
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  • Heinz  Knauser , Bern
    Ich erinnere mich noch gut an die zwei Beiträge von einem Deutschen und einem Schweizer paar.
    Sie haben auf den Malediven geheiratet.
    Bei der Zeremonie wurde vom Prediger eine Trauungs Rede gehalten.
    Was die Brautläute nicht wussten.
    Sie wurden bei der Ansprache aufs üblichste beschimpft.
    Ungläubiges Pack, Bastarde, und Ihre Kinder werden Bastarde sein!
    Ja und da soll Mann noch Urlaub machen.
    Eine Frau hat dann die Ansprache übersetzt und dann kam diese Beleidigende und zur Volksbelustigung gehaltene Rede zu Tage.
    Nein da würde ich niemals hin gehen.
    Das Ist eben der ach sooooo friedliche Islam""""


    • 08.02.2012
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  • Hans  Plüss
    Religionen haben in der Politik nichts zu suchen. Aus der Vergangenheit weiss man, dass dies immer Krieg bedeuted, früher oder später. Die Religionsführer verstehen es meisterhaft, die Menschen zu einer willenlosen Herde zu manipulieren. Ansätze dazu sind auch in der Schweiz feststellbar. Darum befürworte ich die strikte Trennung von Kirche und Staat.
    • 08.02.2012
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  • Dominik  Kohler
    Die Malediven gehören zu den 5 schlimmsten Staaten in Sachen Christenverfolgunen. Trotzdem sind sie eines der liebsten Urlaubsziele der Schweizer und gemäss NZZ am Sonntag reisen vorallem gerne SVP-Wähler dorthin..... Von mir aus können diese Inseln sofort untergehen. Wäre mir eh zu langweilig dort.
    • 08.02.2012
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    • Gerry  Boegli
      Was hat jetzt das wieder mit der SVP und/oder deren Wähler zu tun??? Einfach krank wie man immer wieder SVP-Bashing betreiben muss um dann im gleichen Atemzug zu wünschen dass die Malediven untergehen!
      • 08.02.2012
      • als Kommentar auf Dominik  Kohler
      • 1 Gefällt mir
  • Michel  Fink , Luzern
    Ein Christenfeindliches Land sollten wir westlich Denkenden meiden. Zu meiner Schande musste ich nach 4 mal Urlaub auf den Inseln feststellen, wie dieser Inselstaat wirklich tickt. Es gibt schöneres als diese künstliche Inselwelt nämlich die katholischen Seychellen und viele weitere Paradiese welche nicht religiös motiviert sind.
    • 08.02.2012
    • 2 Gefällt mir
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