IS-Anschlag tötet 10 Touristen in Istanbul «Sie sind Feinde aller freien Menschen»

ISTANBUL - Explosion nahe der Hagia Sophia und der Sultan-Ahmet-Moschee in Istanbul. Bei dem Selbstmordanschlag gab es zahlreiche Tote. Unter den Opfern sind mindestens acht Deutsche. Urheber sei ein Mitglied des Islamischen Staats (IS), sagt die türkische Regierung.

Mindestens acht Deutsche sterben bei Anschlag in Istanbul

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Eine Explosion erschütterte heute den zentralen Sultan-Ahmet-Platz in Istanbul, nahe der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Mindestens 10 Menschen wurden getötet, mindestens 15 verletzt. Nach Angaben des deutschen Aussenministers Frank-Walter Steinmeier sind acht Deutsche unter den Todesopfern. Zuvor war von neun toten Deutschen die Rede.

Neun weitere Deutsche seien zum Teil schwer verletzt worden, sagte Steinmeier heute Abend vor den Medien in Berlin. Er sprach von «Stunden der Trauer, der Wut und des Entsetzens». Unter den deutschen Opfern sind ein Ehepaar (71 und 73) aus Falkensee (Brandenburg) und drei Rheinland-Pfälzer. Laut der «Berliner Zeitung» soll auch ein Berliner bei dem Anschlag gestorben sein. Weiter sei eine Frau aus Berlin schwer und ein weiterer Berliner leicht verletzt worden sein.

Auch ein peruanischer Staatsbürger sei getötet worden. Es habe sich um einen Reisenden gehandelt, der in Istanbul in einem Hotel gewohnt habe, sagte die peruanische Aussenministerin Ana María Sánchez heute in Lima. Ein weiterer peruanischer Staatsbürger, der aber in der Türkei wohne, sei verletzt worden.

Leichen liegen am Ort des Anschlags im Tourismusviertel von Istanbul. play

Leichen liegen am Ort des Anschlags im Tourismusviertel von Istanbul.

AP

Unter den Verletzten seien auch Touristen aus Norwegen. Die türkische Online-Zeitung «cumhuriyet.com» schreibt, ein Selbstmordattentäter habe sich mitten in einer deutschen Reisegruppe in die Luft gesprengt.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu hat der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel sein Beileid ausgedrückt. Merkel äusserte sich gestern Abend und sprach von einem «mörderischen Akt mitten im Herzen von Istanbul.» Und weiter über Terroristen: "Ihr Ziel ist immer dasselbe: Sie sind Feinde aller freien Menschen. Sie sind Feinde aller Menschlichkeit. Sie trauere um ihre Landsleute.

Beim Auswärtigen Amt in Berlin wird Reisenden in Istanbul «dringend geraten, Menschenansammlungen vorläufig zu meiden», wie das Amt auf Twitter schreibt.

Die USA verlangen von ihm «zusätzliche Schritte», um die Lage im Irak zu beruhigen: Recep Tayyip Erdogan (Archivbild) play
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. KEYSTONE/AP Pool Presidential Press Service/KAYHAN OZER

Der Anschlag wurde nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan von einem syrischen Selbstmordattentäter mit Jahrgag 1988 verübt. Das sagte Erdogan heute in Ankara bei einer im Fernsehen übertragenen Ansprache.

Bisher hat sich niemand zum Anschlag bekannt. Der türkische Premierminister Davutoğlu erklärte jedoch, der Selbstmordattentäter sei ein Mitglied des Islamischen Staats (IS) gewesen. Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus ergänzte, der Attentäter sei vermutlich erst kürzlich aus Syrien in die Türkei eingereist. Er gehöre nicht zu den Personen, die die Türkei zur Beobachtung ausgeschrieben habe.

Auch die bislang blutigste Terror-Attacke auf türkischem Boden, bei dem im Oktober in Ankara 103 Menschen getötet worden waren, wird der in Syrien und im Irak agierenden Dschihadistengruppe IS zugeschrieben. In der Türkei gilt seither die höchste Terrorwarnstufe.

Die Behörden befürchten einen weiteren Anschlag: «Wir ergreifen Massnahmen gegen eine zweite Explosion», sagte ein Polizist am Ort des Geschehens.

Bilder von CNN Türk zeigten Polizei und Ambulanz am Anschlagsort.

Türkische Regierung zensiert Bilder auf Facebook

Die türkische Regierung verbietet den Medien, Fotos und Videos zum Anschlag zu veröffentlichen. Auf Social Media dürfen keine Bilder dazu verbreitet werden. Nur die Berichterstattung in Wort und Text ist erlaubt.

Zur Begründung teilte die Medienaufsicht RTÜK heute mit, ein solcher Schritt sei laut Gesetz möglich, wenn er der «nationalen Sicherheit» diene. Eine Moderatorin von CNN Türk sagte, wegen der Nachrichtensperre könne der Sender nur noch eingeschränkt berichten.

Der Stadtteil Sultanahmet in Istanbul gilt als eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Türkei für Touristen aus aller Welt. Benannt ist er nach Ahmet I., der als Sultan von 1603 bis 1617 über das Osmanische Reich herrschte. Das Altstadtviertel liegt auf einer Halbinsel im europäischen Teil Istanbuls. Hier befand sich auch das Zentrum des historischen Konstantinopels. (noo/bih/SDA)

Publiziert am 13.01.2016 | Aktualisiert am 13.01.2016
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Bombenanschlag in Istanbul Mindestens 10 Tote im Touristen-Viertel

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102 Kommentare
  • Werner  Steingruber aus Flawil
    13.01.2016
    wer erdogan noch traut,ist auf verlorenem posten.
  • Dominik  Müller 13.01.2016
    Was für eine DOOFE Frage ist denn das? Der IS will den Islam und alle anderen sollen getötet werden..so Primitiv sind die... leider fast wie in Hitlers Zeiten, nur das es diesmal Muslime sind! Der IS will dieses Jahr Europa übernehmen..hoffe das stimmt nicht! Aber unsere Politiker würden sich solch ein Szenario gar nicht vorstellen..sie wären nicht Vorbereitet, wenn es ein Blitzschlag gibt! Dies hat uns die Silvesternacht deutlich gezeigt! Ist es schon zu spät, um noch zu reagieren? Hoffe nicht!
  • Jasmin  Fehr 13.01.2016
    Erdogan ist immer schnell er kann alles da er ja dies davor selber organisiert : bei den Paris Anschlägen dauerte das bis am nächsten tag bis man Sie identifiziert hat. Alles was in dem Land das ich nie wieder besuchen werde wird von Erdogan produziert !!
  • Adrian  Züger 13.01.2016
    Ein Grund mehr diese Länder zu meiden
  • christoph  eschbach aus pratteln
    13.01.2016
    Aha das ist organisiert worden Erdogan une seinen Banditen ganz klar Erdogan unterstetzt die IS finanziell das ist Bewiesen