Irrer Kim schickt US-Journalistinnen ins Arbeitslager

SEOUL – Keine Gnade mit den «Schnüfflerinnen»: Laura Ling und Euna Lee müssen Steine hacken gehen – nur weil sie ihren Job erledigten.

  • Publiziert: 08.06.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
play Viele Menschen gingen auf die Strasse und protestierten gegen das Urteil – 12 Jahre Arbeitslager. (Reuters)

Die Richter des durchgeknallten Diktators Kim Jong Il haben die beiden in Nordkorea inhaftierten US-Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee zu jeweils zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt. Dies vermeldete heute die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Der Prozess habe «die schweren Verbrechen» bestätigt, die die beiden Frauen gegen Nordkorea begangen hätten. Zudem sei erwiesen worden, dass sie illegal die Grenze übertreten hätten. Deshalb habe das zuständige Gericht am Ende des fünftägigen Prozesses «jede von ihnen zu zwölf Jahren Umerziehung durch Arbeit verurteilt».

Lee und Ling waren Mitte März am Tumen-Fluss festgenommen worden, der die Grenze zum benachbarten China bildet. Im Auftrag eines kalifornischen Fernsehsenders arbeiteten sie an einer Reportage über Nordkoreaner, die über den Tumen nach China flüchten.

Südkoreanische Medien widersprechen den Vorwürfen aus dem Norden: Nach ihren Angaben hatten die beiden Reporterinnen auf der chinesischen Seite gefilmt, als sie von nordkoreanischen Grenzschützern festgenommen wurden.

Die USA hatten in den vergangenen Wochen wiederholt die Freilassung der Inhaftierten gefordert. Das Urteil droht nun, den internationalen Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm weiter zu verschärfen.

Beobachter vermuten, dass das kommunistische Regime in Pjöngjang die beiden Frauen als Druckmittel bei möglichen Verhandlungen mit Washington benutzen könnte. Die USA debattieren zurzeit mit den anderen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats über eine Resolution zum weltweit verurteilten Atomtest in Nordkorea vom 25. Mai. (SDA/hhs)

Appell der US-Regierung

«Wir rufen Nordkorea erneut auf, die beiden amerikanischen Staatsbürgerinnen aus humanitären Gründen freizulassen», erklärte US-Aussenamtssprecher Ian Kelly heute in Washington. Die Regierung werde sich weiter auf allen möglichen Wegen für die Freilassung einsetzen. Zugleich sprach Kelly den Angehörigen der beiden inhaftierten Frauen das Mitgefühl der Regierung aus.
play Das Urteil wird die Beziehungen von Kim Jong Ils stalinistischer Diktatur zu den USA kaum verbessern können. (Reuters)

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