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Eigentlich wurde erwartet, dass Guy Womack, Anwalt des schwer beschuldigten Militärpolizisten Charles Graner, die Schuld an den Misshandlungen auf ranghohe Militärs abschieben will. Aber Womack überrascht mit einer ungewöhnlichen Taktik und sehr brisanten Aussagen.
«Überall in den USA bilden die Cheerleader Pyramiden», sagte der Jurist unter Bezug auf die Tänzerinnen, die bei Sportveranstaltungen die Stimmung anheizen. Das sei «keine Folter», sondern ein Mittel, die Gefangenen «technisch» unter Kontrolle zu bringen, gab sich der Anwalt überzeugt.
Auf den Fotos ist zu sehen, wie Graner grinsend und mit hochgehaltenem Daumen neben einer Pyramide aus nackten Gefangenen steht. Auch soll er das berüchtigte Foto gemacht haben, auf dem die Soldatin Lynndie England einen Iraker an der Leine hält. Was Anwalt Womack ebenfalls völlig normal findet. Schliesslich seien häufig Kinder zu sehen, die von ihren Eltern an der Leine gehalten würden.
Der Ankläger Michael Holley hatte zuvor daran erinnert, dass Graner unter dem Verdacht stehe, einen Gefangenen tot geschlagen zu haben, den er zuvor gezwungen habe, oralen Sex zu simulieren. Unterdessen haben auch die ersten Zeugen Aussagen gemacht. Ein Wärter erzählte, Graner habe gelacht, als er Häftlinge nackt posieren liess.
Der 36-jährige Unteroffizier ist wegen physischer, psychischer und sexueller Misshandlungen angeklagt. Er gilt als Rädelsführer jener Gruppe von Soldaten, deren Quälereien irakischer Häftlinge im vergangenen Jahr die Weltöffentlichkeit schockiert hatten. Der Soldat selbst plädiert auf unschuldig (Blick Online berichtete). Er habe nur die Befehle seiner Vorgesetzten ausgeführt.
Es handelt sich um den ersten Folter-Prozess, der in den USA stattfindet. Im vergangenen Jahr waren bereits drei Soldaten wegen der Misshandlungen von einem US-Militärgericht in Bagdad zu Haftstrafen zwischen acht Monaten und acht Jahren verurteilt worden.