«Ich hatte kein Mitleid»

  • Publiziert: 19.03.2008, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Lukas Füglister

HAMBURG – Lynndie England, die Folterhexe von Abu Ghraib. Knapp zwei Jahre war sie im Gefängnis. Jetzt redet sie.

«Was wir gemacht haben, passiert in jedem Krieg», sagt die Ex-Soldatin im «Stern». Die 25-Jährige empfindet auch nach 521 Tagen Haft keine Schuld. Keine Reue, kein Bedauern.

Sie habe lediglich Befehle befolgt, als sie 2003 im irakischen Kriegsgefängnis Abu Ghraib hämisch neben nackten Gefangenen posierte. «Ich bin davon überzeugt, dass auch Verteidigungsminister Rumsfeld alles wusste.»

Versteht sie die grosse Empörung über das Foto mit dem Gefangenen an der Hundeleine? «Wenn ich nicht dagewesen wäre, würde ich vielleicht auch denken: Was zur Hölle machen die da? Aber ich war nun mal da, und es war eine Standardprozedur.»

Mitleid? «Ich hatte kein Mitleid. Nein.»

Seit einem Jahr ist Lynndie wieder in Freiheit – auf Bewährung. Sie ist auf Jobsuche und lebt mit Sohn Carter (3) bei ihrer Mutter. Ständig begleitet sie die Angst, dass jemand Rache an ihr verüben wird. «Ich bin total paranoid.»

Morgen im BLICK: Grosses Irak-Special

play Sie handelte nur auf Befehl: Soldatin England.

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