Foltersoldatin England will alles zugeben

  • Publiziert: 30.04.2005, Aktualisiert: 03.01.2012

SAN FRANCISCO – Wenige Tage vor Prozessbeginn will sich die durch den Misshandlungsskandal von Abu Ghraib berüchtigte US-Soldatin Lynndie England schuldig bekennen.

Die 22-Jährige werde sich bei dem am Montag beginnenden Verfahren in Fort Hood (Texas) in sieben von neun Anklagepunkten schuldig bekennen, kündigte ihr Anwalt Rick Hernandez gestern an. England will unter anderem Misshandlung, Gewalt, Verschwörung und «Unanständigkeit» zugeben. Die Vorwürfe von unzüchtigen Handlungen und Befehlsmissachtung würden fallen gelassen, so Hernandez.

Der Handel mit der Staatsanwaltschaft sei im besten Interesse seiner Mandantin, sagte der Verteidiger. Statt einer Höchststrafe von 16 Jahren drohten England nur noch elf Jahre Haft. Der Prozess gegen die Reservistin aus Fort Ashby in West Virginia soll am Dienstag beginnen.

Bilder von England mit gedemütigten irakischen Gefangenen hatten in der ganzen Welt Schlagzeilen gemacht. Auf diesen Aufnahmen ist zu sehen, wie sie im Bagdader Horror-Gefängnis Abu Ghraib feixend und grinsend auf die Genitalien eines Häftlings zeigt und einen Gefangenen an einer Hundeleine führt. Sie soll auch mit anderen Soldaten nackte Häftlinge zu einer menschlichen Pyramide aufgetürmt und sie fotografiert haben.

play Der Schachzug mit dem Schuldeingeständnis soll Lynndie England (hier mit ihrer Mutter Terrie) eine Strafmilderung einbringen. (AP)

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