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Die US-Soldatin erlangte mit den Folterbildern aus dem Abu-Ghraib-Gefängnis in Bagdad traurige Berühmtheit. Diese Woche stand sie nun deswegen in den USA vor Gericht. Gleich zu Beginn hat die 22-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich in 7 von 9 Anklagepunkten schuldig bekannt. Sie hoffte damit ihr Strafmass von 16 auf 11 Jahre senken zu können (Blick Online berichtete). Doch jetzt ist der Prozess geplatzt.
Grund dafür ist ausgerechnet die Zeugenaussage ihres Geliebten und Dienstkameraden Charles Graner. Drei Fotos, welche Lynndie England mit einem nackten irakischen Gefangenen an der Leine zeigen, hätten als legitime Unterrichtsmittel für andere Wachleute dienen sollen, erklärte der 36-Jährige.
Dies widerspricht der Aussage der Angeklagten. Sie hatte behauptet, die Misshandlungen hätten nur aus Spass stattgefunden. Die Bilder sollten zur Belustigung des Wachpersonals dienen.
Nach Militärrecht kann der Richter ihr Schuldeingeständnis nur dann akzeptieren, wenn England wusste, dass sie etwas Illegales tat. Doch davon ist der Richter Oberst James Pohl nach Graners Aussage nicht mehr überzeugt. Er erklärte deshalb den Prozess für gescheitert und entliess die Geschworenen. Der Fall landet damit wieder vor der Anklagekammer.
England ist eine von sieben Angehörigen der 372. Kompanie der Militärpolizei, die wegen Demütigung und Folterung von Gefangenen im Irak angeklagt ist. Charles Graner, der für Misshandlungen an Insassen von Abu Ghraib zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde, hat stets erklärt, auf Befehle von Vorgesetzten gehandelt zu haben. Das Schuldeingeständnis Englands soll ihn deswegen geärgert haben.