«Er starb sehr schnell»

  • Publiziert: 30.12.2006, Aktualisiert: 09.01.2012

BAGDAD – Ein Augenzeuge beschreibt Husseins Hinrichtung. Saddam sei ruhig geblieben. Die Nachricht vom Tod des Ex-Tyrannen löste aber heftige Reaktionen aus.

CNN meldete, dass die Nachricht vom Tod des Ex-Tyrannen auf den Strassen Bagdads bei vielen Menschen grosse Freude auslöste. Sie gaben ihrer Genugtuung Ausdruck, dass dieser Mann, der so viel Leid über die irakischen Menschen gebracht hatte, bestraft wurde.

Der Sicherheitsberater der irakischen Regierung, Mowaffak al-Rubaie, war als als Augenzeuge bei der Hinrichtung dabei. Auf CNN sagte er:

«Saddam wurde in Handschellen in den Hinrichtungsraum geführt. Er hielt den Koran in den Händen. Das Urteil wurde ihm vorgelesen.

Saddam war ein gebrochener Mann. Aber er bereute nichts. Er versuchte tapfer zu sein und weigerte sich, seinen Kopf verhüllen zu lassen.

Saddam wurde in keiner Weise gedemütigt. Ich bin sehr stolz, dass diese Hinrichtung korrekt nach internationalen, islamischen und irakischen Regeln durchgeführt wurde.»


Al-Rubaie sagte weiter:
«Von der Verlesung des Urteils bis zum Eintritt des Todes vergingen rund 30 Minuten. Er starb sehr schnell. Ich könnte mir nicht vorstellen, wie er schneller hätten sterben können.»

Was mit seinem Körper geschehen solle, werde jetzt mit seinen Familienangehörigen besprochen. Saddam werde ein Begräbnis nach islamischem Recht erhalten. Die irakische Regierung werde auch erlauben, dass er im Irak bestattet werde, falls seine Familie das wünsche.

Die Hinrichtung im TV

Der Sicherheitsberater der irakischen Regierung, Mowaffak al-Rubaie, der als Augenzeuge bei der Hinrichtung dabeiwar, sagte auf CNN, die irakische Regierung habe noch nicht entschieden, ob und wann der Film für die Medien freigegeben werde.

Auf CNN waren später Szenen dieses Films zu sehen: Die Haube, die Saddam sich nicht überziehen lassen wollte, wurde ihm dann um den Hals gelegt. Darüber legten dann zwei Helfer, das Gesicht unter einer Maske verdeckt, die Schlinge mit dem massiven Knoten. Dann stoppt der Film.

In der ganzen Sequenz, die ohne Ton ausgestrahlt wurde, scheint Saddam gefasst und ruhig. Keine hektischen Bewegungen. Er trug einen dicken, dunklen Mantel. Einer der Helfer beschuldigte Saddam angeblich, den Irak ins Unheil gestürzt zu haben. Saddam reagierte gelassen.

Seine letzten Worte waren angeblich: «Palästina ist arabisch.»

Mowaffak al-Rubaie gab zu, dass einige Offizielle am Ort der Hinrichtung um den Leichnam Saddams tanzten.

Beisetzung in Tikrit

Saddam Hussein soll am (morgigen) Sonntag in seiner Heimatstadt Tikrit beigesetzt werden. Der Leichnam des am Samstagmorgen hingerichteten Expräsidenten wurde dazu am Abend von Bagdad in das 130 Kilometer nördlich liegende Tikrit gebracht. Eskortiert vom Anführer von Saddam Husseins Albu-Nassir-Clan, Scheich Ali al Nidawi, und dem Gouverneur der Provinz Salahuddin, Hamad Hamud Schagtti. Sie hätten in Gesprächen mit den Amerikanern und der irakischen Regierung die Beisetzung in Tikrit ausgehandelt.

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