Indien: Sieben Tote bei Angriff auf indische Luftwaffenbasis

Neu Delhi – Bei einem Angriff auf eine Luftwaffenbasis im nordindischen Punjab sind vier Bewaffnete und drei Angehörige der Luftwaffe getötet worden. Wie die indischen Streitkräfte mitteilten, attackierte eine Gruppe mutmasslicher Extremisten die Basis am frühen Samstagmorgen.

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Erst nach 14 Stunden Kampf gelang es den Sicherheitskräften, die Attacke zu beenden. Bei dem Überfall in der Nähe der pakistanischen Grenze seien zudem mehrere Angehörige der Luftwaffe verletzt worden. Bei den Angreifern handle es sich offensichtlich um Angehörige der von Pakistan aus operierenden militanten islamischen Organisation Jaish-e-Mohammed, hiess es weiter.

Deren Ziel ist die Abspaltung Kaschmirs von Indien. Die Basis im Distrikt Pathankot liegt etwa 50 Kilometer von der pakistanischen Grenze entfernt.

Ein hochrangiger Sicherheitsbeamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, es handle sich um Selbstmordattentäter, die sich mit Armeeuniformen verkleidet hätten. Sie seien schwer bewaffnet und wollten grösstmöglichen Schaden anrichten.

Ziel der Attacke sei die Zerstörung von Kampfflugzeugen und Helikoptern gewesen. Das hätten die Extremisten aber nicht geschafft. Soldaten durchkämmten nach dem Ende des Schusswechsels die Basis auf der Suche nach Terroristen, berichtete der indische Nachrichtensender NDTV.

Der Angriff erinnert an einen Überfall auf eine Polizeiwache in einer Grenzstadt im nahe Pathankot gelegenen Bezirk Gurdaspur im vergangenen Juli, bei dem neun Menschen getötet wurden. Indien hatte für diesen Überfall Aufständische der Islamistengruppe Lashkar-e-Taiba verantwortlich gemacht, die von Pakistan eingedrungen seien.

In der Grenzregion Kaschmir, die zwischen Indien und Pakistan geteilt ist, aber von beiden Ländern in Gänze beansprucht wird, gibt es häufiger Angriffe und Unruhen. Beide Staaten sind seit Jahrzehnten verfeindet und besitzen Atomwaffen. Seit ihrer Unabhängigkeit vom britischen Königreich 1947 führten sie drei Kriege gegeneinander, zwei davon um Kaschmir.

Trotz eines offiziellen Waffenstillstandes schiessen indische und pakistanische Soldaten jedes Jahr hunderte Male ins Nachbarland. Ausserdem, so behauptet Indien, lasse Pakistan schwer bewaffnete Aufständische über die Grenze ziehen, die dann Armeeposten angreifen würden.

Die jüngste Attacke könnte die Bemühungen erschweren, den politischen Dialog zwischen Pakistan und Indien wiederzubeleben. Erst vor einer Woche hatte der indische Ministerpräsident Narendra Modi seinem pakistanischen Amtskollegen Nawaz Sharif einen Besuch abgestattet. Dies weckte Hoffnungen auf eine neue Annäherung der Erzfeinde. Zuvor war elf Jahre lang kein indischer Regierungschef mehr im Nachbarland gewesen. (SDA)

Publiziert am 02.01.2016 | Aktualisiert am 02.01.2016
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