Regierung will sie vertreiben Indianer kämpfen bis zum Tod

Brasiliens Indianer rüsten zum letzten Kampf. Ihr angestammtes Land soll an die Agrarindustrie gehen. Das wollen sie sich nicht bieten lassen. Und sie sind bereit, dafür zu sterben.

  • Publiziert: 29.10.2012
  • Von Tony Merlotti

«Wir bitten darum, unseren kollektiven Tod anzuordnen und uns alle hier zu begraben. Wir möchten so nicht weiterleben.»

Das sind dramatischen Worte, gerichtet an die brasilianische Regierung, geschrieben von einem Indianerstamm in Mato Grosso.

Hintergrund der Geschichte: Die Behörden wollen das Stammland der Indianer an die lokale Agrarindustrie überschreiben. Nach Ansicht der Regierung sind die Besitzverhältnisse ungeklärt. Jetzt wurde die indianische Gemeinde aufgefordert das Land zu verlassen. Zumindest so lange, bis das Eigentumsrecht geklärt ist.

Immer wieder Opfer von Gewalt

Die Kaiowà, so der Name des Stammes, sind gebrannte Kinder. In einer Statistik über «Gewalt gegen indigene Völker» nehmen sie eine traurige Spitzenposition ein. Mehr als die Hälfte der tödlichen Übergriffe wurde auf diese Bevölkerungsgruppe verübt. Das ging soweit, dass leitende Stammesmitglieder unter behördlichen Schutz gestellt wurden.

Und nun also der Kampf gegen die Agrar-Lobby. Unter dem Vorwand wirtschaftlicher Notwendigkeit sollen die Indianer vertrieben werden.

Bei Vertreibung kollektiver Tod

Jetzt können die Ureinwohner nicht mehr, sie haben genug. Sie widersetzen sich, und sind bereits bis zum letzten zu gehen: «Die Guarani-Kaoiwá sprechen von einem kollektiven Tod und nicht von Selbstmord. Das bedeutet: Sollte das Gericht weiter auf deren Vertreibung bestehen, sind sie dazu bereit, auf ihrem Land zu sterben», so der Indianerrat CIMI.

Und Cleber Buzzatto, Generalsekretär der Vereinigung stellt unmissverständlich klar: «Die Kaiowá werden ihr jahrzehntelang umkämpftes Land nie wieder verlassen.»

Entscheiden muss nun Justiz und Regierung. Die Indianer haben ihre Position bezogen. Und die lässt keine Kompromisse zu.

 

 

 

Beliebteste Kommentare

  • Tom  Marti , Zürich
    Ich erzähle jetzt diese Geschichte weiter... Leider werden die Indianer diesen Prozess verlieren und die Agrarindustrie macht sich dort breit. Irgendwann bilden diese Indianer dann evtl. eine kleine Organisation, welche sich rächt und in 20 Jahren sind sie dann die bösen Terroristen. Und kein Mensch mehr weiss wie diese Geschichte mal wirklich begonnen hat...
  • Hanspeter  Niederer
    Wer gebietet dieser international tätigen Agrochemie-Bande Einhalt? Braucht es Selbstmord-Attentäter, damit diese geldgiergetriebenen Halunken begreifen, dass sie sich nicht alles erlauben können?

Alle Kommentare (22)

  • karin  furter , zürich
    Und die UNO rügt die Schweiz,wegen Einhaltung der Menschenrechte.........
    • 30.10.2012
    • 17
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  • Carl  Emmi
    Ich kann nicht glauben was ich hier lese! In der Schule musste ich damals einen Vortrag schreiben ueber die Indianer wie sie in den USA gejagt und abgeschlachtet wurden. Und jetzt soll das auf aehnlicherweise wieder getan werden? Was ist nur los mit dieser Erde!!! Ich werde auf jeden Fall saemtliche Produkte boykotieren die daraus entstehen! Ich gehe auch nicht einfach in ein Haus welches mir gefaellt und jage die Bewohner raus und wenn noetig mit Gewalt! Das ist das was mir nicht in den Kopf geht. Lasst di Ureinwohner endlich in Ruhe!
    • 30.10.2012
    • 21
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  • Roland  Heusser , Wetzikon
    2014 findet in Brasilien die Fussball-WM statt und die FIFA feiert einen Gastgeber, welcher das Öko-System auch für uns nachhaltig zerstört. Da muss ich aber sofort nachschauen, wo mein Kaffee produziert wird....
    • 30.10.2012
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  • Monika  Weilenmann , Dübendorf , via Facebook
    Ist ja nichts neues, was hat Amerika mit den Indianern gemacht oder Australien mit den Aborigines respektive die Europäer die dort eingewandert sind? Ist halt alles schon etwas länger her.
    • 30.10.2012
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  • Toni  Solci
    Es ist schade das Europa nur zuschaut, dass Niemand aus den vergangenen Fehlern gelernt hat. Geld zerstört noch die letzten Reste der intakten Welt.
    • 30.10.2012
    • 41
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