Brasiliens Indianer rüsten zum letzten Kampf. Ihr angestammtes Land soll an die Agrarindustrie gehen. Das wollen sie sich nicht bieten lassen. Und sie sind bereit, dafür zu sterben.
«Wir bitten darum, unseren kollektiven Tod anzuordnen und uns alle hier zu begraben. Wir möchten so nicht weiterleben.»
Das sind dramatischen Worte, gerichtet an die brasilianische Regierung, geschrieben von einem Indianerstamm in Mato Grosso.
Hintergrund der Geschichte: Die Behörden wollen das Stammland der Indianer an die lokale Agrarindustrie überschreiben. Nach Ansicht der Regierung sind die Besitzverhältnisse ungeklärt. Jetzt wurde die indianische Gemeinde aufgefordert das Land zu verlassen. Zumindest so lange, bis das Eigentumsrecht geklärt ist.
Immer wieder Opfer von Gewalt
Die Kaiowà, so der Name des Stammes, sind gebrannte Kinder. In einer Statistik über «Gewalt gegen indigene Völker» nehmen sie eine traurige Spitzenposition ein. Mehr als die Hälfte der tödlichen Übergriffe wurde auf diese Bevölkerungsgruppe verübt. Das ging soweit, dass leitende Stammesmitglieder unter behördlichen Schutz gestellt wurden.
Und nun also der Kampf gegen die Agrar-Lobby. Unter dem Vorwand wirtschaftlicher Notwendigkeit sollen die Indianer vertrieben werden.
Bei Vertreibung kollektiver Tod
Jetzt können die Ureinwohner nicht mehr, sie haben genug. Sie widersetzen sich, und sind bereits bis zum letzten zu gehen: «Die Guarani-Kaoiwá sprechen von einem kollektiven Tod und nicht von Selbstmord. Das bedeutet: Sollte das Gericht weiter auf deren Vertreibung bestehen, sind sie dazu bereit, auf ihrem Land zu sterben», so der Indianerrat CIMI.
Und Cleber Buzzatto, Generalsekretär der Vereinigung stellt unmissverständlich klar: «Die Kaiowá werden ihr jahrzehntelang umkämpftes Land nie wieder verlassen.»
Entscheiden muss nun Justiz und Regierung. Die Indianer haben ihre Position bezogen. Und die lässt keine Kompromisse zu.
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (22)