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Nicht nachtragend: Polanski besucht das Jazzfestival inMontreux. (AP)
Am Montag verkündete die Schweizer Justizministerin Evelyne Widmer-Schlumpf die Freilassung Roman Polanskis. Seither ist er nicht mehr in seinem Chalet in Gstaad – sondern irgendwo. Bekannt ist nichts.
Die USA fiebert aber weiterhin einer Verhaftung entgegen. Interpol vermerkte, der Fahndungsaufruf der Vereinigten Staaten gelte weiterhin. Aber: Es gibt neben der Schweiz noch viele Länder, in denen der polnisch-französische Regisseur sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit völlig frei bewegen kann.
Frankreich und Polen kein Problem
Da wäre etwa Frankreich. Hier ist Polanski Staatsbürger und suchte 1975 Zuflucht vor der US-Justiz. Frankreich liefert grundsätzlich keine Staatsbürger aus.
Auch in Polen ist Polanski immer wilkommen: Kurz nach seiner Verhaftung in der Schweiz begann das Land sofort, sich für den Filmemacher einzusetzen.
Schweiz als Massstab
Dann gibt es viele Länder, welche gar kein Auslieferungsabkommen mit der USA abgeschlossen haben – das wären etwa die Vereinigten Arabischen Emirate, Venezuela, Paraguay, China und ein Grossteil aller asiatischen Staaten, wie «Bild.de» schreibt.
Heisser scheint der Boden der meisten europäischen Ländern für Polanski zu sein – viele von ihnen haben ein Auslieferungsabkommen mit den USA. Doch: Laut Rechtsspezialisten könne der Schweizer Justiz-Beschluss die anderen Länder, etwa Deutschland oder Italien, dazu bewegen, Roman Polanski auf freiem Fuss zu lassen. Wie die Schweiz. (wyc)