In diesem Kühllaster erstickten 71 Flüchtlinge Anklage gegen Todes-Schlepper

PARNSDORF (Ö) - 14 Monate nach dem Flüchtlings-Drama im österreichischen Parndorf steht die Anklage von acht mutmasslichen Schleppern kurz bevor. Sie sollen die Leben von 71 Flüchtlingen auf dem Gewissen haben.

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Der Fund war grausam. In einem auf dem Pannenstreifen abgestellten Lastwagen im österreichischen Parndorf stiess die Polizei im Sommer vergangenen Jahres auf die verwesten Leichen von 71 Flüchtlingen. Die Männer, Frauen und Kinder aus Irak, Afghanistan, Syrien und Irak waren auf der Flucht nach Europa in dem vollkommen überfüllten Laster erstickt.   

Nun hat die ungarische Justiz die Anklage von acht Tatverdächtigen angekündigt. Vier Männer würden des Totschlags, vier der Schlepperei beschuldigt. Das erklärte der Abteilungsleiter im Nationalen Ermittlungsbüro (NNI), Zoltan Boross, heute vor der Presse in Budapest. Allen acht Beschuldigten werde angelastet, die Delikte im Rahmen einer kriminellen Vereinigung begangen zu haben.

Die Männer - ein Afghane und sieben Bulgaren - befinden sich in Ungarn in Untersuchungshaft. Ungarn hatte die Ermittlungen im vergangenen Jahr vollständig übernommen, da mehrere der Tatverdächtigen auf ungarischem Staatsgebiet verhaftet wurden und nachgewiesen werden konnte, dass die Flüchtlinge bereits erstickt waren, als der Kühllastwagen die österreichische Grenze passierte. 

Als Kopf der Schlepperbande identifizierte Boross den in Ungarn inhaftierten Afghanen, der zuvor in Budapest gelebt und von dort aus den Ring gesteuert haben soll. «Er hat mit seiner Hemmungslosigkeit und Gier die Tragödie herbeigeführt», sagte der NNI-Beamte. Unter den Angeklagten sei auch der 25-jährige Chauffeur des Todes-LKWs. (SDA/lha)

Publiziert am 12.10.2016 | Aktualisiert am 13.10.2016
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1 Kommentare
  • Hans  Scheidegger 12.10.2016
    Gewissenslos, rücksichtslos und geldgierig! Es ist absolut notwendig, dass gegen diese verabscheuungswürdige Schlepperbande mit aller Härte rigoros vorgegangen wird. Nicht nur in diesem Fall. Sowohl gegen die Chefs wie auch gegen ihre Mithelfer. Was für diese Kreaturen zählt ist nur der Profit. Die kriminellen Schleuserbanden sind zu einem Milliardengeschäft geworden. Menschenleben zählen nichts. Nur wenn wirklich ernsthaft gegen die Schlepper vorgegangen wird, ebbt auch der Flüchtlingsstrom ab.