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Den Griechen geht es richtig mies. (Dukas)
Die Griechen spüren die Krise immer drastischer. Inzwischen ist die Situation vieler Eltern so prekär, dass sich einige entscheiden, ihre Kinder auszusetzen. Vor dem Athener Kinderhilfswerk «Ark of the World» wurden in den letzten Monaten vier Kinder ausgesetzt, darunter ein Neugeborenes.
«Bitte kümmert euch gut um sie»
Die Mutter von Natasha (2) gab das Kind beim Zentrum ab – und rannte davon. Sie kam nie wieder. Ein anderes Mädchen, die vierjährige Anna, hatte laut «Daily Mail» einen Zettel in der Hand. Auf diesem stand: «Ich kann Anna heute leider nicht abholen, weil ich es mir nicht mehr leisten kann, für sie zu sorgen. Bitte kümmert euch gut um sie. Es tut mir leid.»
Ähnlich war es bei Anastasia (8). Ihre Mutter Maria verlor ihren Job. Ein Jahr lang suchte sie verzweifelt nach einer neuen Stelle. Dafür musste sie ihre Tochter teilweise stundenlang alleine zu Hause lassen. Die kleine Familie überlebte nur dank Essensspenden der lokalen Kirche.
Inzwischen hat die Mutter zwar wieder Arbeit in einem Café. Mit den rund 23 Franken, die sie täglich verdient, kann sie aber nicht für ihre Tochter aufkommen. «Jede Nacht weine ich mich alleine in den Schlaf. Aber was soll ich machen? Es schmerzt, aber ich hatte keine andere Wahl», sagt Maria.
Leider sind solch tragische Schicksale keine Einzelfälle. Bruder Antonios Papanikolaou, der Gründer von «Ark of the World», sagte gegenüber dem «Mirror»: «Im letzten Jahr wendeten sich Hunderte Eltern an uns und wollten ihre Kinder hier lassen. Sie kennen uns und vertrauen uns.»
Eine andere Seite der Armut zeigt sich in den Apotheken. Für die Griechen ist es wahnsinnig schwer, gewisse Medikamente wie etwa Aspirin zu bekommen – falls sie es sich überhaupt noch leisten können. Denn die Regierung setzt die Preise so tief an, dass die Firmen ihre Medikamente lieber im nahen Ausland verkaufen. (dra)