Anschlag in Ankara aus «Rache» für «Aleppo» Türkischer Polizist erschiesst russischen Botschafter

Der russische Botschafter Andrej Karlow (†62) ist in der türkischen Hauptstadt Ankara erschossen worden. Beim Täter handelt es sich um einen Polizisten namens Mevlüt Mert Altintas.

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Andrej Karlow (†62) ist in einer Galerie für moderne Kunst Opfer eines Attentats geworden, während er an einer Vernissage eine Rede hielt. Beim Täter handelt es sich dem Bürgermeister von Ankara zufolge um einen türkischen Polizisten. Er stand während der Rede unbehelligt hinter dem Diplomaten, bevor er mehrere Schüsse auf ihn feuerte. Wie der türkische Nachrichtensender NTV berichtet, wurden bei dem bewaffneten Angriff mehrere weitere Menschen verletzt.

 

Der Angreifer wurde später von Einsatzkräften getötet. Ein Video zeigt, wie der Attentäter mehrere Minuten nach Beginn der Rede «Allahu Akbar» schreit und dann mindestens acht Schüsse auf den Diplomaten abgibt. Nachdem Karlow zusammensackt, ruft der Täter auf türkisch: «Vergesst Aleppo nicht. Vergesst Syrien nicht. So lange unsere Städte nicht sicher sind, werdet ihr nicht sicher sein.»

Dem türkischen Innenministerium zufolge handelt es sich beim Täter um den Polizisten um Mevlüt Mert Altintas (†22), ein aktives Mitglied einer Sondereinheit in Ankara. Er habe mit seinem Ausweis Zutritt zu der Galerie erhalten.

 

Gemäss Medienberichten soll der Diplomat Karlow zunächst ins Spital gebracht worden sein. Später erlag er seinen schweren Schussverletzungen, meldet auch die deutsche Tagesschau.

Kurz nach dem Attentat hatte der türkische Präsident Recep Erdogan mit Kremlchef Wladimir Putin telefoniert. Einzelheiten des Gesprächs wurden nicht bekannt. Das türkische Aussenministerium betonte in einer Stellungnahme jedoch, man werde es nicht zulassen, dass der Anschlag «einen Schatten auf die türkisch-russische Freundschaft» werfe.

Rückschlag für diplomatische Beziehungen

In den vergangenen Tagen hatte es in der Türkei wiederholt Proteste vor den Botschaften des Iran und Russlands wegen deren Unterstützung für die Offensive der syrischen Regierungstruppen gegen die Rebellen im syrischen Aleppo gegeben. In der türkischen Bevölkerung ist die Empörung gross über das Vorgehen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad in der nordsyrischen Grossstadt, die inzwischen von der syrischen Armee fast vollständig von den Rebellen zurückerobert wurde.

Der Zwischenfall könnte zudem ein Rückschlag für die bilateralen Beziehungen sein. Ankara und Moskau hatten sich zuletzt wieder deutlich angenähert, nach einer schweren Krise 2015.

Damals hatte die Türkei einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet zu Syrien abgeschossen, der Kreml verhängte Sanktionen. An diesem Dienstag beraten Minister aus der Türkei, Russland und dem Iran in Moskau über den Syrien-Konflikt. (rey/SDA)

Publiziert am 19.12.2016 | Aktualisiert am 20.12.2016
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