Überraschung in Oslo! Kolumbianischer Präsident Santos gewinnt Friedensnobelpreis

OSLO (NORWEGEN) - Ausgerechnet ein Präsident aus einem Land ohne Frieden bekommt den Friedensnobelpreis. Der Kolumbianer Juan Manuel Santos ist nach Angaben der norwegischen Jury «überwältigt».

Friedensnobelpreis 2016 geht an Kolumbien-Präsident Juan Manuel Santos play

Handshake nach Unterzeichnung des Friedensvertrags (der später vom Volk abgelehnt wurde): Kolumbiens Präsident Santos (l.) und Farc-Rebellenchef Rodrigo «Timoleon» Londono.

AFP

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Friedensnobelpreis 2016 geht an Kolumbien-Präsident Juan Manuel Santos play
Juan Manuel Santos

Es ist der Höhepunkt der Nobelpreis-Woche – und eine Sensation. Nicht die Weisshelme aus Aleppo gewinnen den Friedensnobelpreis – sondern der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos. Das gab das norwegische Nobelkomitee heute in Oslo bekannt.

Er bekommt ihn für seine Bemühungen um eine Aussöhnung mit den Farc-Rebellen. Und er bekommt ihn, obwohl sein Volk den Friedensvertrag mit den Rebellen Anfang der Woche in einer Abstimmung knapp abgelehnt hat.

Santos hatte nach jahrzehntelangem Konflikt ein Friedensabkommen mit den Farc-Rebellen geschlossen - nach mehr als 220.000 Toten und Millionen Vertriebenen.

Die Vorsitzende des Nobel-Komitees, Kaci Kullmann Five, sagte bei der Verkündung, Santos werde für seine «entschlossenen Bemühungen» ausgezeichnet, den «mehr als 50 Jahre langen Bürgerkrieg in dem Land zu beenden». Das Votum des Volkes bedeute «nicht zwangsläufig, dass der Friedensprozess tot ist», sagte Kullmann Five.

«Mit dieser Auszeichnung soll auch dem kolumbianischen Volk Tribut gezollt werden. Sie haben die Hoffung auf Frieden nie aufgegeben», sagt Kullmann Five weiter.

Santos wusste zum Zeitpunkt der Verkündung nichts von seinem Glück – so war es in Kolumbien noch Nacht. 

Das Komitee erreichte den Preisträger deshalb etwas später: «Es ist früh am Morgen, deshalb hatte er sich gerade erst den Schlaf aus den Augen gerieben», sagte der Sekretär des Nobelkomitees, Olav Njølstad dem Fernsehsender NRK. «Er war sehr dankbar und sagte sofort, dass das unschätzbar wichtig für den weiteren Friedensprozess in Kolumbien sei.»

Er nehme den Nobelpreis im Namen des kolumbianischen Volkes an, das «so viel in diesem Krieg gelitten hat», schrieb Santos kurz darauf beim Kurzmitteilungsdienst Twitter. Santos sieht sein Land dem Frieden «sehr, sehr nahe». Die Auszeichnung sei eine «grosse Ermutigung» auf dem Weg zum Frieden in Kolumbien.

Friedensbefürworter jubeln

Die Unterstützer des Friedensvertrags mit den FARC-Rebellen haben den Friedensnobelpreis für den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos gefeiert. «Wir haben das mit Freude aufgenommen, weil wir immer darum gebeten haben, dass die internationale Gemeinschaft Kolumbien nicht im Stich lässt», sagte am Freitag ein Student.

Dieser campiert mit seinem Kommilitonen seit Tagen auf dem zentralen Bolívar-Platz in Bogotá, um für die Umsetzung des Vertrags zu demonstrieren. Ein anderer Student sagte im Radiosender Caracol: «Das stärkt dem Friedensprozess den Rücken.»

Offizielle Preisverleihung im Dezember

Die Osloer Jury hatte sich in diesem Jahr unter einer Rekordzahl von Anwärtern entscheiden müssen. 376 Kandidaten - 228 Personen und 148 Organisationen - waren für den Preis vorgeschlagen.

Im vergangenen Jahr hatte das fünfköpfige Nobelkomitee das tunesische Quartett für den nationalen Dialog ausgezeichnet. Der Zusammenschluss aus Gewerkschaftsverband, Arbeitgeberverband, Menschenrechtsliga und Anwaltskammer war für den gemeinsamen Einsatz für eine Demokratie in Tunesien geehrt worden.

Wie alle anderen Nobelpreise wird der mit acht Millionen schwedischen Kronen (etwa 970'000 Franken) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, verliehen.

Publiziert am 07.10.2016 | Aktualisiert am 07.10.2016
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Friedensnobelpreis 2016

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1 Kommentare
  • Fredy  Binggeli 07.10.2016
    Angie wird enttäuscht sein. Insgeheim hat Sie sich das vermutlich erhofft. Das hätte ihre Politik bestätigt und die Wiederwahl begünstigt.