So sind die Taliban Ihr Ehemann schnitt Aisha Nase und Ohren ab

  • Publiziert: 07.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Tessa Meier

TEHERAN - Aisha Bibi wurde an eine Taliban-Familie verkauft. Ihr Ehemann verstümmelte sie, doch Aisha überlebte. Jetzt wird sie in die USA geflogen. Sie soll eine neue Nase und neue Ohren bekommen.

Als Aisha 16 Jahre alt ist, verheiratet ihr Vater sie mit einem Mann einer Taliban-Familie. Nichts Ungewöhnliches in Afghanistan, denn Bibis Familie ist sehr arm, braucht dringend Geld.

Doch in der neuen, grossen Familie erlebt sie den blanken Horror. «Ich war zwei Jahre bei ihnen, wurde ihre Gefangene», sagt die heute 19-Jährige im Interwiev zu «CNN». Die Familie quält und foltert die junge Frau.

Flucht misslingt

Aisha Bibi gelingt die Flucht dank zweier Helferinnen. Diese haben jedoch böse Absichten und wollen sie weiterverkaufen. Der Plan misslingt, beide Begleiterinnen werden verhaftet.

Doch auch Aisha wird eingesperrt, weil sie ihre Familie verlassen hat.

Die «Grossman Burn Foundation», die sich für Menschen in Krisengebieten einsetzt, schreibt dazu auf ihrer Website: «Obwohl Weglaufen eigentlich nicht strafbar ist – in Afghanistan ist es eine kriminelle Handlung, wenn du eine Frau bist.»

Strafe: Ohren und Nase werden abgeschnitten

Aisha drohen drei Jahre im Gefängnis. Präsident Hamid Karzai verzeiht ihr und reduziert die Strafe.

Doch danach spürt ihr Schwiegervater sie auf und bringt sie zum Ehemann zurück.

Die Familie stellt das Mädchen vor ein Gericht der Taliban. Dieses entscheidet: Zur Strafe für die Schande, die Aisha über die Familia brachte, sollen ihr Nase und Ohren abgeschnitten werden.

«Ich konnte gar nichts sehen vor lauter Blut»

Ihr Ehemann schleppt sie in die Berge von Oruzgan, dort schneidet er ihr Nase und Ohren ab. «Als sie meine Nase und meine Ohren abschnitten, wurde ich ohnmächtig. Mitten in der Nacht wachte ich auf, es fühlte sich an, als hätte ich Wasser in der Nase. Ich konnte gar nichts sehen vor lauter Blut», erzählt die 19-Jährige «CNN».

Aisha sollte sterben, qualvoll verbluten – doch sie kämpft und überlebt.

Dann bekommt die Afghane endlich Hilfe. Das «American Provincial Reconstruction Team» in Oruzgan und die «Organisation Women for Afghan women» (WAW) kümmern sich um das Mädchen.

Aishas Geschichte erregt viel Aufsehen. Sie wird sogar für das Titelbild des «Time Magazins» abgelichtet.

Jetzt wird die 19-Jährige in die USA geflogen. Sie soll eine neue Nase und neue Ohren erhalten. Damit zumindest von aussen die Wunden nicht mehr sichtbar sind.

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