Extremsportler Baumgartner: 3 Weltrekorde mit einem Sprung aus 39 Kilometer Höhe «Ich wollte nur heil wieder runter kommen»

ROSWELL - Felix Baumgartner springt aus 39 Kilometer Höhe auf die Erde. Todesmutig! Doch vor dem Sprung denkt er nur eines: Hoffentlich geht das gut.

  • Publiziert: 14.10.2012, Aktualisiert: 23.01.2013
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Er wird «furchtloser Felix» genannt, wohnt mit seiner Freundin Nicole (30) in Arbon TG am Bodensee, und ist der erste Mensch, der im freien Fall die Schallmauer durchbrochen hat: der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner (43).

«Mir sind 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen», erklärte Baumgartner nach seinem Sprung aus 39 Kilometer Höhe auf Servus TV. Ein Heliumballon hatte ihn in die Stratosphäre hinaufgezogen.

Vor Journalisten sagte er später, er habe kurz vor seinem Absprung nur daran gedacht, lebend wieder zurückzukehren und sich bewusst gemacht, dass ihm die ganze Welt zuschaue. «Manchmal musst du weit hinauf gehen, um zu sehen, wie klein du eigentlich bist.» Die ganzen Rekorde haben ihn im Moment des Sprungs nicht interessiert: «Das einzige was ich wollte, war heil wieder runterzukommen.»

«Schallmauer habe ich nicht gespürt»

373 Meter pro Sekunde, 1342,8 Kilometer pro Stunde, 1,24 Mach. «Das sind unglaubliche Zahlen», schwärmte Baumgartner zwei Stunden nach den 39'045 Metern freien Falls. Aber: «Ich habe von der Schallmauer nichts gespürt!» Er habe während des über vierminütigen freien Falls ständig geredet.

Es gab bis zum Absprung Prob­leme. Auch gestern wieder musste der Start verschoben werden. Und während des Aufstiegs fiel die Visierheizung aus. «Wir glaubten, wir müssen abbrechen», berichtete Baumgartner.

«Ich wusste jede Sekunde, was passiert!»

Das ist dann aber nicht passiert. Als Baumgartner in 39 Kilometer Höhe auf dem Kapselrand stand und auf die Erde hinunterschaute, dachte er: «Lieber Gott, lass mich jetzt nicht im Stich!» 20.07 Uhr: der Sprung!

«Der Absprung war perfekt», berichtete der Österreicher. «Ich kam sehr schön weg. Dann hat es mich langsam gedreht.» Doch dann wurde es dramatisch. Baumgartner geriet ins Trudeln, ins Rotieren. «Ich habe mich um alle drei Achsen gedreht. Das hatten wir am meisten gefürchtet. Ich hatte viel Druck in meinem Kopf», sagte der Extremsportler.

Baumgartner weiter: «Ich dachte ein paar Sekunden lang, jetzt verlierst du das Bewusstsein.» Aber das habe er nicht. «Ich wusste jede Sekunde, was passiert!» Nach vier Minuten und 19 Sekunden und in 2500 Meter Höhe löste der Extremsportler den Fallschirm aus. Um 20.16 landete er sicher in der Wüste des US-Bundesstaats New Mexiko, sinkt zu Boden.

Die Familie hat ihren Helden wieder

Baumgartner überlebt den Wahnsinns-Sprung. Er habe kurz vor seinem Absprung nur daran gedacht, lebend wieder zurückzukehren und sich bewusst gemacht, dass ihm die ganze Welt zuschaue. «Manchmal musst du weit hinauf gehen, um zu sehen, wie klein du eigentlich bist.»

Knapp eine Stunde später erreicht er das Basislager in Roswell. Seine Freundin Nicole springt ihm entgegen, umarmt und küsst ihren Helden. Danach fällt ihm Mama Eva um den Hals. Sie hat ihren Sohn wieder.

Der Stratosphärensprung hat rund 60 Millionen Franken gekostet. Die Vorbereitungen dauerten sieben Jahre lang. Baumgartner absolvierte bereits mehrere spektakuläre Basejumps. Unter anderem vom mehr als 500 Meter hohen Turm T 101 in Taipeh und von der Christus­statue in Rio de Janeiro.

Beliebteste Kommentare

  • Elvis  Altherr , St Gallen , via Facebook
    auch wenn er ein bisschen verrückt ist, so wünsche ich ihm doch gutes Gelingen und das Petrus da mitspielt und er dann heil auf der Erde ankommt.. ist schon ein ganz Spezieler aber auch fasizinierend
  • Andreas  Imhof , Marseille , via Facebook
    Hoffentlich verglüht er nicht, viel Glück!

Alle Kommentare (79)

  •   Heinz Knauser , z.Zeit in Thailand
    Ein Armmuts Zeugniss von Arbon!!
    Was sind denn da für Gipsköpfe im Gemeinderat!
    • 16.10.2012
    • 6
    • 6
  • Nina  Meyer
    Meine Güte. Ich will nicht wissen wie viele der Blick-Moralapostel dieses Jahr bereits einmal etwas für die Armen dieser Welt gespendet haben. Wahrscheinlich eine Hand voll, aber gross über diese 60 mio. jammern. Ich finde die Leistung von Felix Baumgartner und dem ganzen Team senastionell. Ich bin froh das ich so etwas miterleben durfte.
    • 16.10.2012
    • 17
    • 1
  • Peter  Kaufmann , Oftringen
    Geschafft Bravo und das noch einer der in unserer Schweiz in Arbon wohnt. Grosse Freude zeigte von seitens des Stadtrates kaum. Ein Dankesschreiben kommt wohl der geizigen Gemeinde günstiger als ein Riesen Empfang zu organisieren, bedenke man dass Baumgartner ein Übermensch ist und die Steuergelder der Bürger statt eines Dorffestes, lieber den kriminellen Asylbewerbern verschenkt werden.
    • 16.10.2012
    • 20
    • 4
  • Christian  Beutler , via Facebook
    Gratuliere. Und wenn er den Schirm absichtlich "zu früh" geöffnet hat, dann gehört er für mich zu den ganz Grossen, unabhängig von der Sportart. Ich wünschte nur Ueli Gegenschatz hätte das sehen dürfen.
    Wer weiss. Vielleicht ist er ja mitgeflogen.
    • 15.10.2012
    • 77
    • 3
  • Ramon  Wagner , via Facebook
    Wieso reklamieren soviele Leute über eine Angebliche Geldverschwendung? Es gibt diverse Geldverschwendungen....denkt doch mal an die Flugzeuganschaffung? Was nützen uns diese Stahlgeräte?
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