ROSWELL - Felix Baumgartner springt aus 39 Kilometer Höhe auf die Erde. Todesmutig! Doch vor dem Sprung denkt er nur eines: Hoffentlich geht das gut.
Er wird «furchtloser Felix» genannt, wohnt mit seiner Freundin Nicole (30) in Arbon TG am Bodensee, und ist der erste Mensch, der im freien Fall die Schallmauer durchbrochen hat: der österreichische Extremsportler Felix Baumgartner (43).
«Mir sind 20 Tonnen Last von den Schultern gefallen», erklärte Baumgartner nach seinem Sprung aus 39 Kilometer Höhe auf Servus TV. Ein Heliumballon hatte ihn in die Stratosphäre hinaufgezogen.
Vor Journalisten sagte er später, er habe kurz vor seinem Absprung nur daran gedacht, lebend wieder zurückzukehren und sich bewusst gemacht, dass ihm die ganze Welt zuschaue. «Manchmal musst du weit hinauf gehen, um zu sehen, wie klein du eigentlich bist.» Die ganzen Rekorde haben ihn im Moment des Sprungs nicht interessiert: «Das einzige was ich wollte, war heil wieder runterzukommen.»
373 Meter pro Sekunde, 1342,8 Kilometer pro Stunde, 1,24 Mach. «Das sind unglaubliche Zahlen», schwärmte Baumgartner zwei Stunden nach den 39'045 Metern freien Falls. Aber: «Ich habe von der Schallmauer nichts gespürt!» Er habe während des über vierminütigen freien Falls ständig geredet.
Es gab bis zum Absprung Probleme. Auch gestern wieder musste der Start verschoben werden. Und während des Aufstiegs fiel die Visierheizung aus. «Wir glaubten, wir müssen abbrechen», berichtete Baumgartner.
Das ist dann aber nicht passiert. Als Baumgartner in 39 Kilometer Höhe auf dem Kapselrand stand und auf die Erde hinunterschaute, dachte er: «Lieber Gott, lass mich jetzt nicht im Stich!» 20.07 Uhr: der Sprung!
«Der Absprung war perfekt», berichtete der Österreicher. «Ich kam sehr schön weg. Dann hat es mich langsam gedreht.» Doch dann wurde es dramatisch. Baumgartner geriet ins Trudeln, ins Rotieren. «Ich habe mich um alle drei Achsen gedreht. Das hatten wir am meisten gefürchtet. Ich hatte viel Druck in meinem Kopf», sagte der Extremsportler.
Baumgartner weiter: «Ich dachte ein paar Sekunden lang, jetzt verlierst du das Bewusstsein.» Aber das habe er nicht. «Ich wusste jede Sekunde, was passiert!» Nach vier Minuten und 19 Sekunden und in 2500 Meter Höhe löste der Extremsportler den Fallschirm aus. Um 20.16 landete er sicher in der Wüste des US-Bundesstaats New Mexiko, sinkt zu Boden.
Baumgartner überlebt den Wahnsinns-Sprung. Er habe kurz vor seinem Absprung nur daran gedacht, lebend wieder zurückzukehren und sich bewusst gemacht, dass ihm die ganze Welt zuschaue. «Manchmal musst du weit hinauf gehen, um zu sehen, wie klein du eigentlich bist.»
Knapp eine Stunde später erreicht er das Basislager in Roswell. Seine Freundin Nicole springt ihm entgegen, umarmt und küsst ihren Helden. Danach fällt ihm Mama Eva um den Hals. Sie hat ihren Sohn wieder.
Der Stratosphärensprung hat rund 60 Millionen Franken gekostet. Die Vorbereitungen dauerten sieben Jahre lang. Baumgartner absolvierte bereits mehrere spektakuläre Basejumps. Unter anderem vom mehr als 500 Meter hohen Turm T 101 in Taipeh und von der Christusstatue in Rio de Janeiro.
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