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Der Niger solle Saadi Gaddafi ausliefern. Das forderte der Nationale Übergangsrat Libyens heute erneut, teilt die Nachrichtenagentur Reuters mit. Der Sohn des ehemaligen Diktators Muammar Gaddafi müsse ebenso wie die anderen Flüchtlinge überstellt werden, sagte der libysche Regierungssprecher. Zuvor hatte sich der 38-jährige Saadi Gaddafi im Fernsehsender «Al-Arabia» zu Wort gemeldet und mit seiner Rückkehr gedroht.
«Ich werde irgendwann nach Libyen zurückkehren», sagte der Gaddafi-Sohn in einem acht Minuten langen Telefonat zu «Al-Arabia». Er meldete sich aus Niger zu Wort. Dorthin war er letzten August geflohen.
«Banden sind an der Macht»
«70 Prozent der Libyer sind nicht zufrieden mit der aktuellen Situation», sagte Saadi Gaddafi weiter. Auf die Frage nach der Nationalen Übergangsregierung, die Libyen seit dem Sturz seines Vaters führt, sagte er: «Der Tag wird kommen, an dem das libysche Volk in der Lage sein wird, diese Banden auszulöschen.»
Es gebe eine Rebellion, die «sich von Tag zu Tag weiter ausbreitet und bald das ganze Land erfassen wird», prophezeite Saadi Gaddafi.
Saadis Versprechen
Bei einer Rückkehr nach Libyen sieht er sich wohl an führende Person. Denn er verspricht: «Ich werde versuchen, sicherzustellen, dass es zu keinen Vergeltungsschlägen oder Racheakten kommt.»
Er erwähnte zudem Kontakte mit dem Übergangsrat und verschiedenen Stämmen und Milizen. Der Regierungssprecher wies die Angaben über die angeblichen Kontakte mit dem Übergangsrat zurück.
Saadi Gaddafi erhielt im November 2011, trotz eines Haftbefehls von Interpol, Asyl in Niger — aus humanitären Gründen.
Saadi al-Gaddafi steht offenbar in Niger unter Hausarrest. Der Sprecher der Übergangsregierung in Tripolis, Mohammed al-Harisi, sagte dem Fernsehsender «al-Arabija» am Sonntag, beide Länder hätten zuvor über den Umgang mit dem Sohn des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi gesprochen. Gaddafi Junior sei darauf festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht worden. Ein am Freitag bei al-Arabija ausgestrahltes Interview mit dem Gaddafi-Sohn hatte für Spannungen zwischen beiden Ländern gesorgt.
Al-Saadi al-Gaddafi wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er war Anfang Oktober in das libysche Nachbarland Niger geflohen. Die Regierung in Niamey hat es bislang abgelehnt, ihn auszuliefern. Die libysche Justiz wirft dem Sohn des gestürzten Diktators vor, als Chef des libyschen Fussballverbandes fremdes Eigentum unter Einsatz von Gewalt und Einschüchterung unterschlagen zu haben. Bis 2003 führte der Sohn eine Eliteeinheit im Kampf gegen Islamisten in Libyen. Dann ging er als Fussballprofi nach Italien, kam kaum zum Einsatz und musste nach Dopingvorwürfen gehen. (rrt/SDA)
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