Syriens First Lady unter Beschuss: «Ich bin die Frau eines bösartigen Kriegsverbrechers»

DAMASKUS - Homs steht unter Dauerbeschuss. Die Präsidentengattin Asma al-Assad steht aber weiter zu ihrem Mann. Deswegen wird sie jetzt im Internet fertig gemacht.

  • Publiziert: 10.02.2012
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Screenshot der erfundenen Homepage www.asmaassad.com.

Eine grausame Nachricht jagt die nächste, die Zahl der Toten in Syrien steigt jeden Tag an. Derweil gerät im Internet besonders eine Person unter Beschuss: die First Lady Syriens, Asma al-Assad.

Vor dem Beginn der Proteste war sie auf dem internationalen Parkett gerne gesehen, bekannt als junge, schöne und elegante Frau. Die «Vogue bezeichnete sie einmal gar als «eine Rose in der Wüste».

Jetzt fragt sich alle Welt: Wie hält es die 36-Jährige noch an der Seite eines Mannes aus, der sein eigenes Volk niedermetzelt, gar Kinder als Opfer in Kauf nimmt?

Darauf nahm Asma Assad, deren Familie selbst aus Homs stammt, gestern in einem Interview mit der BBC Stellung: Sie stehe zu ihrem Mann.

Als Reaktion darauf haben Unbekannte eine «offizielle» Homepage von Asma Assad eingerichtet. Der zynische Text beginnt mit: «Ich bin Asma Assad, die Frau eines bösartigen Kriegsverbrechers.»

Setzt Assad bald Giftgas ein?

Seit sechs Tagen steht Homs, das Zentrum des syrischen Widerstandes, unter Dauerbeschuss der Armee. Ein Aktivist sagte gegenüber der Agentur AFP, «es regnet ununterbrochen Raketen». Allein gestern soll es in Homs mehr als 100 Tote gegeben haben. Und Hunderte von Verletzten.

Trotz der brutalen Niederschlagung der Protestaktionen durch die Armee, geben die Aktivisten nicht auf. Für heute riefen sie zu neuen Massendemonstrationen nach dem Freitagsgebet auf. Wie viele dem Aufruf folgen ist fraglich. Im Moment gleicht Homs einer Geisterstadt. Die pure Angst geht um.

Doch die Gewalt könnte weiter eskalieren: Inzwischen wird unter arabischen Diplomaten diskutiert, die Aktivisten militärisch zu stärken und mit Waffen zu beliefern. Gleichtzeitig zieht Assad den Belagerungs-Ring um die Widerstandshochburg Homs zusammen. Gemäss Angaben der AFP lässt er weitere Panzer auffahren.

Israelische Medien berichten gar, dass Assad einen Anschlag mit Giftgas plane.

Gefechte weiten sich aus

Und nicht nur in Homs wird gekämpft. In der syrischen Stadt Aleppo kam es heute zu mindestens zwei Explosionen. Dabei gab es laut Berichten staatlicher Medien 25 Tote und 175 Verletzte, darunter Zivilpersonen und Militärangehörige.

Schauplatz der Detonationen waren demnach Gebäude des Militärgeheimdienstes und der Polizei. Das Staatsfernsehen sprach von «terroristischen Explosionen». Menschenrechtsaktivisten berichteten von insgesamt drei Explosionen, von denen sich eine in der Nähe eines Gebäudes der Sicherheitskräfte ereignet habe.

Es waren die ersten derartigen Detonationen in der zweitgrössten syrischen Stadt, in der es seit Beginn der Proteste im März relativ ruhig blieb. Aleppo liegt in der Nähe der Grenze zur Türkei und ist eine Wirtschaftsmetropole.

Gegner von Präsident Baschar al-Assad machten dessen Regime für die Anschläge verantwortlich. Anwohner hätten vor den Explosionen verdächtiges Verhalten der Sicherheitskräfte beobachtet. «Die ist ein weiteres schwarzes Theaterstück des Regimes», sagten sie. Die syrische Regierung wiederum machte Terroristen für die Detonationen verantwortlich.

Kinder spielten in der Nähe

Auf Fernsehbildern waren zersplitterte Fensterscheiben und Trümmer in den Strassen zu sehen. Ein Korrespondent des Staatsfernsehens zeigte unter Tränen Bilder von mindestens fünf Leichen, die in Säcken und unter Decken am Strassenrand lagen.

Rettungswagen oder Polizeifahrzeuge waren auf den Bildern nicht zu sehen und auch keine Verwundeten. Der Moderator erklärte, ganz in der Nähe hätten Kinder in einem Park gespielt. Mehrere seien unter den Toten. (SDA/pp/kko)

Kommentare (2)

  • peter  otter , stein
    ich finde es traurig, das die welt da einfach nur zuschaut.
    • 11.02.2012
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  • Jup  Maracona
    Es ist Zeit, dass den Aktivisten endlich Waffen geliefert werden.
    Und der Bundesrat sollte endlich die Syrische Botschaft in Genf schliessen und das Botschaftspersonal ausweisen. Botschafter, wenn er zu Assad steht, verhaften !
    • 10.02.2012
    • 0 Gefällt mir

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